Oberbürgermeister in Bonn

Auch Grüne und Linke liebäugeln mit dem Amt

BONN. Offensichtlich werden die Bonner bei der Wahl des neuen Oberbürgermeisters am 13. September die Qual der Wahl haben: Nach der CDU, der SPD und den Piraten haben jetzt auch die Grünen und die Linken entschieden, einen eigenen OB-Kandidaten ins Rennen zu schicken.

Als potenzielle Kandidaten sind unter anderem Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt und Jürgen Repschläger, Kulturexperte der Linksfraktion, im Gespräch. Beide Kommunalpolitiker wollten sich allerdings gestern offiziell noch nicht zu einer möglichen Kandidatur äußern.

Nach GA-Informationen soll Tom Schmidt aber bereits am Montagabend bei der Sitzung der Grünen-Ratsfraktion seine grundsätzliche Bereitschaft zur OB-Kandidatur erklärt haben. "Er hat jedenfalls nicht gesagt, er macht es nicht", sagte Fraktionssprecherin Brigitta Poppe, die aber ebenfalls zu konkreteren Äußerungen nicht bereit war.

Erst am nächsten Freitag wollen die Grünen öffentlich bekanntgeben, wer aus ihren Reihen antreten wird. "Wir haben mit verschiedenen Mitgliedern gesprochen, ob sie sich eine Kandidatur vorstellen können", sagte Poppe.

Auch sie selbst überlege zurzeit, so räumte sie ein, ob sie ihren Hut in den Ring werfen soll. "Wir nutzen jetzt die Karnevalstage als Bedenkzeit", sagte die Fraktionssprecherin, die hauptberuflich als Beamtin in Rheinland-Pfalz tätig ist.

Auch Jürgen Repschläger dementierte gestern nicht, dass er als OB-Kandidat der Linken im Gespräch ist. Aber auch er gab sich noch bedeckt. "Wir warten jetzt erst einmal ab, wen die anderen nominieren, und werden dann als letzte Fraktion irgendwann im März auf einer Mitgliederversammlung unseren OB-Kandidaten aufstellen", kündigte der 53-jährige Antiquar an.

Die Piraten haben sich ebenfalls auf den Weg gemacht, einen Kandidaten aufzustellen (der GA berichtete). Ein Bewerber ist allerdings noch nicht in Sicht. Während die CDU mit dem Königswinterer Ersten Beigeordneten und Kämmerer Ashok Sridharan ihren OB-Kandidaten bereits nominiert hat, blicken die Sozialdemokraten gespannt auf den 28. Februar: An dem Tag entscheiden die Mitglieder, ob sie ihren Partei- und Fraktionschef Ernesto Harder oder den Bad Godesberg Rechtsanwalt Peter Ruhenstroth-Bauer als OB-Bewerber aufstellen.

Keinen eigenen Kandidaten wird voraussichtlich die FDP aufstellen. Liberalenchef Werner Hümmrich zufolge soll darüber aber auf dem Kreisparteitag im März das letzt Wort fallen.

Auch die Fraktion AfD verzichtet auf einen eigenen OB-Kandidaten. Man werde sich die Kandidaten der großen Parteien genauer anschauen, und dann sollen die Mitglieder unter diesen eine Wahl treffen, sagte gestern Kreisverbandsvorsitzender Gerhard Fischer.