Bonn-Center

Anwohner fürchten Parkplatzmangel

Bonn. Die Bagger haben den Abriss des alten Bürohochhauses begonnen. Bürger diskutierten mit der Firma Art-Invest im Stadthaus.

Zahlreiche Nachbarn haben am Donnerstag die Gelegenheit genutzt, ihre Fragen zum neuen Quartier am Bundeskanzlerplatz zu stellen und über Verkehrsanbindung und Gebäudehöhen zu diskutieren. Zurzeit läuft der Abriss des alten Bonn-Centers. Projektleiter Thomas Leise von der Kölner Firma Art-Invest Real Estate hatte Ansichten des Areals, ein Modell und diverse Pläne dabei. Es ging nicht darum, die konkrete Architektur vorzustellen – auch die gezeigte Glasfassade ist noch kein endgültiger Entwurf – sondern um die grundsätzlichen Ideen.

Geplant sind drei fünfeckige Gebäude, jeweils mit Innenhof, die sich um einen zentralen Platz gruppieren. Dieser soll auf das Niveau der Reuterstraße angehoben werden und neue Verbindungen schaffen, zum Beispiel mit einem Durchgang zur Eduard-Pflüger-Straße. „Warum steht so ein Klotz direkt an der Straße“, fragte ein Anwohner mit Blick auf das geplante Hochhaus, das je nach Nutzung zwischen 60 und 101,50 Meter hoch werden soll.

Thomas Leise erläuterte die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs. Ansichten zeigen, wie das neue Hochhaus sich in die Umgebung mit Post-Tower, Langem Eugen und Marriott-Hotel fügen soll. Der Turm am Bundeskanzlerplatz soll den „Hochhauskranz“ ergänzen und den Eingang zum Bundesviertel markieren. Das alte Bonn-Center wirke dagegen wie eine trennende Scheibe, zeigte der Projektleiter.

1000 Parkplätze für 3000 Arbeitsplätze

Die Anwohner interessierten sich ansonsten vor allem für das Thema Verkehr. Es wurden immer wieder Zweifel laut, ob die geplanten 1000 Parkplätze für bis zu 3000 Arbeitsplätze ausreichend seien. Die Bewohner der benachbarten Straßen – auch jenseits der Bahnlinie – fürchten, dass sich die angespannte Parkplatzsituation noch verschärfen könnte. Die Investoren halten 1000 Parkplätze nach ihren Berechnungen für ausreichend. Zufahrt zur Tiefgarage ist nur aus Richtung Reuterstraße.

Der neue Bahnhaltepunkt UN-Campus und die gute Anbindung an die Stadtbahn machen das Quartier auch für Pendler ohne Auto attraktiv. Mit Blick auf die Zukunft werden Ladestationen für Elektroautos eingerichtet. Außerdem werden 300 überdachte Fahrradparkplätze sowie Spinde und Duschen zur Verfügung stehen. Ein Anwohner wünschte sich auch einen besseren Übergang zur Kaiserstraße, wofür allerdings die Stadt Bonn zuständig wäre. „Ich bin froh, dass viele gekommen sind und spannende Hinweise gegeben haben“, sagte der Projektleiter. Im Großen und Ganzen sei die Resonanz positiv.

Fragen kamen am Donnerstag auch zum weiteren Zeitplan. Der seitliche Flachbau des Bonn-Centers ist abgerissen. Auch die Entkernung und Schadstoffsanierung des Hochhauses liegt laut Thomas Leise im Zeitplan. Geplant ist, dass der Hochbau zum Jahreswechsel 2017/2018 beginnen soll. 2020 könnten die neuen Büros dann bezogen werden. Eine spannende Frage ist weiterhin offen: Wird das Hochhaus traditionell abgerissen oder gesprengt? Die Gespräche dazu, unter anderem mit der Deutschen Bahn, laufen noch.