Flüchtlinge im Bonner Reuterpark

Anwohner fühlen sich schlecht informiert

Ein Bagger trägt die Asche im Reuterpark ab.

Ein Bagger trägt die Asche im Reuterpark ab.

Bonn. Mit den Plänen, im Reuterpark an der Bonner Hausdorffstraße Container für bis zu 240 Flüchtlinge aufzustellen, sind einige Anwohner weiterhin nicht einverstanden. Sie fühlen sich im Vorfeld von der Stadt nicht informiert.

Jetzt, wo die Bagger bereits die Asche vom Sportplatz abtragen (der GA berichtete), haben sich einige Kessenicher mit Verwaltungsvertretern getroffen und erfuhren dabei viele Details.

Ein Anwohner ist skeptisch, da sein Grundstück an den Parkplatz des Hauses der Jugend angrenzt, die Unterkunft also nur wenige Meter entfernt ist. Ihn ärgert vor allem, dass die Stadt nicht auf die Leute zugekommen sei, um die Pläne im Detail zu erläutern. Nach Angaben von Stadtsprecherin Monika Hörig habe es im Vorfeld viele Diskussionen über die Grundstücke gegeben. Wie woanders auch, werde es vor Einzug auch eine Bürgerinformation geben.

Wie Hörig bestätigte, ist die Baugenehmigung auf den 15. September und auf drei Jahre befristet. Die Arbeiten werden nun bis Ende des Jahres dauern. Die Erschließung des Platzes kostet ungefähr eine halbe Million Euro. Es wird eine neue Zuwegung in Höhe der Parkplatzschranke gebaut, um das tiefer liegende Sportplatzgelände zu erreichen.

Die knapp 300 Container werden U-förmig und in drei Riegeln zweigeschossig aufgestellt. Geplant sind eine Drainagegrube und eine Kanalisation. An der nicht umzäunten Containeranlage wird es einen Sicherheitsdienst und einen Hausmeister geben, die laut Hörig auch dafür sorgen sollen, dass der Rest des Parks wie bisher für Sport und Freizeit genutzt werden kann.

Die Stadt hofft aber, dass dort auch ein Ort der Begegnung entsteht. 2020 soll an der Stelle alles wieder abgebaut werden, während auf einem sogenannten Block-1-Grundstück eine neue Unterkunft entsteht. Hörig sagt dazu: „Die Stadt hat sich auf Vorrat vom Rat verschiedene Grundstücke als mögliche Standorte für Flüchtlingsunterkünfte beschließen lassen.“

Diese seien in Blöcke zu vier oder fünf Grundstücken eingeteilt, die Nummerierung beziehe sich auf die Reihenfolge, in der die Blöcke aktiviert würden. „Derzeit realisieren wir Block 0, zu dem auch der Reuterpark gehört.“ Die Ausschreibungen für Block 1 würde bei steigender Flüchtlingszahl erfolgen. Bevorzugt suche die Stadt aber Immobilien, anstatt Container aufzustellen.

Kai Wellhausen aus der Nachbarschaft ist skeptisch, dass die Siedlung nach drei Jahren wieder verschwunden ist. „Ich erwarte, dass die Stadt ihr Wort hält.“ Das muss sie auch, denn laut Hörig lässt die Landesbauordnung eine Genehmigung der Containeranlage nur für drei Jahre zu, „da es auf dem Grundstück Reuterpark kein grundsätzliches Baurecht gibt“.