Kommentar zur Aufnahme von Flüchtlingen

Angemessenes Hilfsangebot

Flüchtlinge kommen auf einem Rettungsboot im Hafen von Malaga an.

Flüchtlinge kommen auf einem Rettungsboot im Hafen von Malaga an.

BONN. Bonn, Köln und Düsseldorf haben angeboten, in Not geratene Flüchtlinge aufzunehmen. GA-Chefredakteur Helge Matthiesen meint: Gerade Bonn nimmt seine Verantwortung damit angemessen ernst.

Die Art und Weise, wie in Deutschland über das Thema Flüchtlinge diskutiert wird, wird an vielen Stellen der humanitären Dimension der Sache nicht mehr gerecht. Wenn selbst ein Richter am Bundesverfassungsgericht dazu Anmerkungen hat, steht es nicht besonders gut um Menschlichkeit und Nächstenliebe in einem Land, das sich als christlich geprägt versteht.

Die drei Städte Bonn, Köln und Düsseldorf setzen ein Zeichen gegen diese Haltung. In den Rathäusern regieren ganz unterschiedliche Parteibündnisse und Oberbürgermeister mit und ohne Parteibuch. Sie wollen nicht hinnehmen, dass Menschen ertrinken, weil Europa nicht in der Lage ist, das Thema Flucht, Asyl und Zuwanderung politisch zu kanalisieren und damit besser zu lösen, als es derzeit gelingt.

Das Rheinland ist international geprägt, es ist stolz auf seine völkerverbindende Kraft, es versteht sich als europäischer Landstrich. Außerdem ist es so wohlhabend, dass es bei allen Schwierigkeiten, die es gibt, einfach eine Schande wäre, die Augen vor der Not zu verschließen. Gerade Bonn mit seiner engen Bindung an die Weltgemeinschaft der Vereinten Nationen und seiner starken Position in der Entwicklungspolitik nimmt seine Verantwortung damit angemessen ernst.

Das ändert nichts an der Notwendigkeit, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Es ändert auch nichts an der Notwendigkeit, kritische Debatten über Grenzen und Möglichkeiten von Integration zu führen. Es ist jedoch überhaupt keine Option, Menschen einfach sterben zu lassen, nur weil die Politik ihre Hausaufgaben nicht erledigt.