Kommentar zur Kritik an den Stadtwerken

Am besten kein Plastik

Josefine Marie Endraß füllt im SWB-Mobil Wasser in einen Plastikbecher.

Josefine Marie Endraß füllt im SWB-Mobil Wasser in einen Plastikbecher.

Bonn. Auf die Benutzung von Plastik sollte doch weitgehend verzichtet werden - auch wenn es biologisch abbaubar sein soll.

Nicht alles, wo Öko draufsteht, ist wirklich umweltfreundlich und nachhaltig. Auch wenn die Trinkbecher, die die Bonner Stadtwerke an ihrem Wasserwagen benutzen, aus biologisch abbaubarem Kunststoff sind, weil er aus nachwachsenden Ressourcen erzeugt wurde: Experten raten angesichts der Tatsache, dass Biokunststoffe etwa genauso viele Nachteile wie Vorteile bieten, von der Nutzung dieses Materials ab – egal ob bei Bechern oder Tüten.

Das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) kam 2012 in einer vom Umweltbundesamt beauftragten Studie zu dem gleichen Schluss. Von daher erstaunt es schon sehr, dass die SWB, die auf Nachhaltigkeit setzen, trotzdem seit Jahren diese Becher für ihren Wasserausschank nutzen und nicht längst ein ökologisch besseres Konzept entwickelt haben.

Denn auch den Stadtwerken dürften die Positionen der Umweltexperten nicht entgangen sein, die darauf hinweisen, dass durch den Anbau und die Verarbeitung von Pflanzen für diese Verpackungen ebenfalls die Böden versauern und Gewässer sich mit unerwünschten Nährstoffen anreichern. Zudem entstehen den Wissenschaftlern zufolge bei der Gewinnung von Biokunststoffen höhere Feinstaubemissionen.

Somit ist der Antrag der AfB durchaus ernst zu nehmen und sollte mit der Stellungnahme der Verwaltung nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Zumal es Alternativen gibt, die die Umwelt wirklich schonen. Etwa der Appell an die Kunden, eigene Trinkgefäße mitzubringen. Abgesehen davon, dass die Biokunststoff-Becher, die später auf dem Boden und in den Büschen liegen, auch kein schöner Anblick sind. Wer die Umwelt wirklich schonen möchte: Kein Plastik ist immer noch die beste Variante.