Eröffnung des WCCB-Hotels

Am 30. Mai soll das Vier-Sterne-Haus eröffen

Bonn. 200 Zimmer sind bereits für den ersten Tag des Hotelbetriebs reserviert. Jörg Haas investiert rund 77 Millionen Euro in das 17-stöckige Gebäude.

Wer derzeit die Großbaustelle gleich neben dem neuen Kongresssaal des World Conference Center Bonn (WCCB) betritt, muss auf der Hut sein. Fahrzeuge flitzen hin und her, die Handwerker hämmern, bohren und verputzen, was das Zeug hält. Das ehemalige WCCB-Hotel steht kurz vor seiner Fertigstellung. Am 30. Mai soll das Haus feierlich eröffnet werden. Betrieben wird es unter der Stammmarke „Marriott“ von einer Gesellschaft, die zu 100 Prozent zur Develop Visio Gruppe des Bonner Unternehmers Jörg Haas (Kameha-Hotel)/Bonner Bogen) gehört.

Haas kann einen gewissen Stolz nicht verbergen: Er hat das Hotel vor zwei Jahren als Rohbau nach langem Hin und Her für 17 Millionen Euro von der Stadt Bonn erworben und ist mit seinem Bauprojekt im Zeit- und beinahe auch im Kostenrahmen geblieben. „Hier war doch mehr kaputt, als wir auf dem ersten Blick dachten“, erklärt Haas die Kostensteigerung um etwa zwei Millionen Euro. Insgesamt wird er am Ende rund 64 Millionen Euro in das 17-stöckige Haus mit 336 Doppelzimmern und Suiten gesteckt haben. Hinzu kommen neun Millionen Euro für den Ausbau des Varieté-Theaters, 3,5 Millionen für die Spa-Anlage und noch einmal 500.000 Euro für die Tiefgarage, rechnet er vor.

Mit Haas und Claudia Tewes, der Direktorin des neuen Hotels, dürfen wir schon einmal vor dem offiziellen Eröffnungstermin das Haus von innen besichtigen. Das Erdgeschoss entspricht kaum noch der ursprünglichen Planung: Im einstigen Frühstückssaal eröffnet im Herbst das GOP-Varieté-Theater. Im ursprünglich als Bürotrakt vorgesehenen Teil mit Blick auf das ehemalige Bundeskanzleramt lädt eine VIP-Lounge mit Terrasse die Hotelgäste zum Verweilen ein. Auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich der Frühstücks- und Restaurantbereich. Dahinter liegt die bereits voll ausgestattete Hauptküche des Hotels, für die künftig Alexander Stadler verantwortlich zeichnet. Der 46-Jährige hat zuvor 13 Jahre als Küchenchef im Königshof gearbeitet.

Ursprüngliche Fehlplanung wurde verändert

Ein großer Aufzug führt zum Untergeschoss des Hotels, wo ebenfalls noch reges Treiben der Handwerker herrscht. Dort befinden sich ein großzügiger Anlieferungsbereich sowie die Kühl- und Lagerräume, eine Vorbereitungsküche, die Wäscheräume und eine mit Tageslicht erhellte Mitarbeiterkantine. Alles ist nahe beieinander, um weite Wege zu vermeiden. Die alten Pläne hatten die Anlieferung hinter dem Kongresssaal vorgesehen. „Das wären für die Mitarbeiter unfassbar weite Wege gewesen“, sagt Haas und schüttelt über diese Fehlplanung immer noch den Kopf.

Deutlich erkennbar sind die Konturen der künftigen Spa-Anlage – ebenfalls im Untergeschoss des Hotels. Sie soll im Herbst fertiggestellt sein und erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als 1500 Quadratmetern. Neben einem Fitnessstudio sind verschiedene Saunen, eine Massage- und Kosmetikabteilung sowie ein Schwimmbad geplant. Prunkstück des Spa-Bereichs ist die römische Therme. Sie gehört zu einer fast 2000 Jahre alten römischen Siedlung, die vor Beginn der Bauarbeiten für das WCCB auf dem 3,7 Hektar großen Areal im ehemaligen Regierungsviertel 2006 entdeckt worden war.

Die antike Therme wird derzeit sicht- und zum Teil auch begehbar in den Spa-Bereich integriert. Nahezu fertig eingerichtet sind auch alle 336 Zimmer und Suiten, allesamt mit modernen und hellen Bädern. Das Inventar der Zimmer ist in warmen Brauntönen gehalten, die Doppelbetten sind teilbar. „Damit entsprechen wir dem Wunsch vor allem der Gäste aus dem asiatischen Raum“, erklärt Tewes. Auf jedem Hotelflur begegnen einem auf überlebensgroßen Fotos Politiker aus den frühen Zeiten der Bonner Republik. Wie etwa Altbundeskanzler Willy Brandt. 200 Zimmer sind bereits für den ersten Tag des Hotelbetriebs am 31. Mai gebucht worden, berichtet Tewes.

Auch drei Hochzeitsgesellschaften haben schon das Restaurant „Konrads“ mit Showküche im 17. Stock des Hotels reserviert. Der Name ist eine Ehrerweisung an Deutschlands ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer, erläutert Haas. Die Etage, in der auch eine Bar eingerichtet wird, soll nicht nur Hotelgästen offen stehen. Jedermann soll dort speisen und den unvergleichlichen Ausblick über Bonn und den Rhein bis hin zum Siebengebirge genießen können.