Friedrichstraßenfest in Bonn

Am 15. Juni wird wieder der rote Teppich ausgerollt

Beim Friedrichstraßenfest rollen Geschäftsleute und Gastronomen für ihre Kunden den roten Teppich aus.

BONN. Ende der Woche wird wieder der rote Teppich ausgerollt: Die Friedrichstraße feiert am Samstag, 15. Juni, ab 10 Uhr ihr großes Straßenfest.

Was gibt es zu feiern? Seit die Friedrichstraße Fußgängerzone ist, hat sie sich zu einer reizvollen Flaniermeile mit Fachgeschäften rund um Mode, Wohnen und Genuss entwickelt. Außerdem gibt es zahlreiche Dienstleister, egal ob der Fingernagel abgebrochen ist oder der Absatz.

Schlüsseldienst, Reinigung und Schneiderei machen das Angebot komplett. Die Kunden, vom Reiter bis zum Briefmarkensammler, sind genauso vielfältig wie die Geschäfte. Man sitzt gerne draußen, die einen bei heißer Schokolade, die anderen beim kühlen Weißwein. Alternative Kunst präsentiert die "Bonner Schule" in einem leerstehenden Gebäude, Jazzfans treffen sich bei "Sonja's".

Für gemeinsame Veranstaltungen sorgt die Immobilien- und Standortgemeinschaft Friedrichstraße (ISG), ein Zusammenschluss von Geschäftsleuten, Gastronomen, Freiberuflern und Hauseigentümern mit 40 Mitgliedern. Das Friedrichstraßenfest geht in diesem Jahr in die siebte Runde und ist damit schon ein Klassiker.

Sechs Geschäftsinhaber aus der ISG haben ein Programm mit viel Musik und Überraschungen auf die Beine gestellt. Für Bewirtung sorgen die Gastronomen, viele Fachgeschäfte haben Aktionsangebote vorbereitet. Banner über der Straße und Banderolen an den Lichtstelen machen jetzt "Lust auf Friedrichstraße!".

Finanziert wird das Friedrichstraßenfest in diesem Jahr durch eine Tombola und von einigen Sponsoren. Der Hauptteil der Kosten von rund 7000 Euro wird von allen 40 Mitgliedern der ISG getragen. Die Geschäftsleute haben außerdem für den Verein "Sterntaler" gesammelt. Am kommenden Samstag nimmt Schirmherrn Bill Mockridge die Spende entgegen.

Wenn weiß gekleidete Menschen plötzlich Tische und Tafelsilber auf die Friedrichstraße räumen, ist "Diner en blanc". Zwei Mal hat die ISG bisher den Anstoß zu einem Picknick in Weiß gegeben, das den Reiz des geheimen hat. Ostersamstag gehörte die Friedrichstraße hingegen den Teilnehmern der "Internationalen Bonner Eierlaufmeisterschaften".

Auch abseits des roten Teppichs tut sich zurzeit einiges. Der Fair-Trade-Shop Contigo ist geschlossen und verkauft seinen fair gehandelten Kaffee jetzt auf dem Bonner Wochenmarkt. Wer in das Ladenlokal einzieht, ist noch nicht bekannt geworden.

Goldschmiedin Sabine Schmid bleibt der Friedrichstraße treu, wechselt aber Straßenabschnitt und Straßenseite. "Ich möchte einfach noch nicht in Rente gehen", sagt die 67-Jährige. Mit acht Enkelkinder hätte sie zwar genug Abwechslung, aber sie bleibt ihren Schmuckstücken und der Friedrichstraße erst mal treu. Die vielen Dankeskarten mit Fotos von glücklichen Brautpaaren ziehen natürlich mit um.

Im kürzlich geschlossenen Weinhaus Jacobs wird zurzeit kräftig umgebaut. Der neue Gastronom ist ein Nachbar: Benoit Lamour vom "La Cigale" zieht im Juli mit seinem französischen Restaurant in die Friedrichstraße 18 um. Art-Deco-Elemente und Möbel des bisherigen Lokals nimmt er mit und integriert sie ins denkmalgeschützte Gebäude. "La Cigale im Weinhaus Jacobs" soll das Restaurant künftig heißen. "Von der Struktur des Hauses war sehr viel versteckt", berichtet Lamour. Zurzeit werden zum Beispiel die alten Stuckverzierungen im Gastraum wieder freigelegt.

Im GA-Gespräch

Mitarbeiter der Lokalredaktion des General-Anzeigers stehen beim Friedrichstraßenfest von 13 bis 15 Uhr für Fragen und Anregungen der Leser bereit. Treffpunkt ist am Stand in der Friedrichstraße, Ecke Wenzelgasse.