Onlineplattform

"Allyouneedcity" expandiert in die Bonner Stadtbezirke

Eine Mitarbeiterin des Geschäfts Flaschengeist packt Waren ein, die Kunden über „Allyouneedcity“ bestellt haben.

Eine Mitarbeiterin des Geschäfts Flaschengeist packt Waren ein, die Kunden über „Allyouneedcity“ bestellt haben.

Bonn. Händler vom Hardtberg und aus Bad Godesberg sollen die Auswahl auf der Onlineplattform „Allyouneedcity“ erweitern. Mit der bisherigen Bilanz sind die Händler nicht unzufrieden, wünschen sich zum Teil aber noch eine Steigerung.

Seit drei Monaten können die Bonner bequem vom Wohnzimmer aus Waren aus der Innenstadt über die Internetplattform „Allyouneedcity“ bestellen und sich von DHL zuliefern lassen. Anfang Dezember startete das Pilotprojekt der Post in Kooperation mit dem Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen und dem City-Marketing Bonn. „Bislang sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts“, so die Post. Sowohl das Feedback der Kunden als auch der Händler sei positiv.

„Gemeinsam mit ihnen entwickeln wir die Plattform und das Angebot natürlich weiter“, heißt es. Eine Erweiterung soll schon Mitte März folgen: Dann sollen die Bereiche Bad Godesberg und Duisdorf/Hardtberg in das Portal aufgenommen werden. „Hierzu sind wir aktuell mit Händlern aus den beiden Stadtteilen im Gespräch“, so die Projektleitung. Bislang beschränkt sich das Portal auf die Händler im Innenstadtbereich, von denen sich 100 registriert haben.

Derzeit präsentieren sich rund 80 Läden auf der Plattform. Der überwiegende Teil der Geschäfte zeigt sich als „Schaufenster-Händler“ mit Fotos, einer Sortiment- und Wegbeschreibung sowie Kontaktdaten und dem Link zur eigenen Webseite. Einen Onlineshop im Portal bieten bisher nur 17 Händler an, über den die Kunden direkt ordern können. Hier hat das Portal Zuwachs bekommen, im Dezember waren es nur elf Anbieter.

9,90 Euro für Sofortlieferung

Einer der ersten Händler, die ihr Sortiment über das Portal zum Kauf angeboten hat, ist „Flaschengeist“ am Dreieck, der Öle, Feinkost und Wein offeriert. „Bei uns läuft es super – von Anfang an“, sagt Geschäftsführerin Michaela Verheyen. Jeden Tag gehen mehrere Bestellungen ein – von Weinflaschen bis hin zu Geschenkgutscheinen. Die unterschiedlichen Versandarten werden laut Verheyen ebenfalls rege genutzt. Bei „Allyouneedcity“ können Kunden zwischen einer Sofortlieferung innerhalb von zwei Stunden, der Lieferung am selben oder nächsten Tag sowie einem Standardpaket wählen.

DHL berechnet für die Sofortlieferung 9,90 Euro, für die Tageslieferung 7,50 Euro, für die Zustellung am Folgetag 6,50 Euro und für den Standardversand, der bis zu zwei Tage beanspruchen kann, 6,45 Euro. Wie viel der Händler seinem Kunden von den Versandgebühren in Rechnung stellt, ist jedem Inhaber selbst überlassen. Einige erheben keine Gebühren, anderen die komplette Versandpauschale. Die Spannweite reicht derzeit von komplett versandkostenfreier Zustellung bis zu zwölf Euro für die Sofortlieferung.

Bei Flaschengeist machen viele Kunden nach Angaben des Geschäfts auch von der Option Gebrauch, die Ware online zu bestellen, zu bezahlen und fertig verpackt selbst im Geschäft abzuholen. Bei anderen Anbietern ist die Resonanz noch verhalten. „Wir hatten schon Bestellungen, aber bisher nur wenige“, sagt Lisa Winkelmann, Store Managerin von „Liebeskind Berlin“ an der Wenzelgasse. Das Einkaufsportal sei an sich gut zu durchschauen, auch die Abwicklung für die Inhaber sei leicht. „Wir hoffen, dass es noch ein bisschen mehr wird“, so Winkelmann. Probleme gab es bisher nur bei einem Produkt, das im Onlineshop auftauchte, aber gar nicht mehr im Laden vorrätig war.

Pilotprojekt muss noch wachsen

Auch Firmen wie Karstadt oder Knauber beteiligen sich an dem Portal, sind bei „Allyouneedcity“ allerdings nicht mit einem Onlineshop vertreten. Das liege vor allem an dem Warensortiment und dem Standort der Lager. Viele der Baumarktprodukte überstiegen die erforderlichen Gurtmaße und die 30-Kilogramm-Liefermarke, wie Knauber auf Anfrage mitteilte. Der Freizeitmarkt verfügt zudem über einen eigenen Onlineshop, dessen Lager sich allerdings in Pulheim befindet. Stattdessen können Kunden, die in der Bonner Filiale einkaufen, sich die Ware gegen einen Aufpreis nach Hause liefern lassen. Genutzt hätten diesen Service bisher nur wenige Kunden.

Neben Lebensmitteln finden sich vornehmlich Bücher im derzeitigen Bestellangebot von „Allyouneedcity“. Im Bereich „Haus und Garten“ sind rund 300 Artikel hinterlegt. Vergleichsweise wenig Auswahl besteht noch in der Kategorie „Freizeit und Hobby“ mit 22 Treffern.

„Ich kann nur jedem Bonner Händler nahelegen, sich dem Portal anzuschließen“, sagt Maike Reinhardt, Geschäftsführerin des City-Marketings. Aus Sicht des Vereins sei das Projekt positiv angelaufen ebenso wie die Zusammenarbeit mit der Post. An manchen Stellen gebe es zwar noch Verbesserungsbedarf, an denen alle Partner aber „mit Hochdruck“ arbeiten würden. Es handle sich eben um ein Pilotprojekt, das auch noch wachsen müsse. „Ich wünsche mir, dass noch mehr Bonner den Mut haben, mitzumachen“, so Reinhardt.