Den Geldbeutel schonen

All das ist in Bonn und der Region kostenlos

Bonn. Egal ob es um Gegenstände, Nahrung oder Hilfeleistungen geht: In Bonn gibt es durch den Einsatz zahlreicher Bürger viel kostenlos zu erleben. Wir zeigen, welche Initiativen in der Stadt und der Umgebung den Geldbeutel schonen.

Essen, Wohnen, Kleidung, Freizeit - all das kostet Geld. Oder auch nicht. In Bonn gibt es zahlreiche Möglichkeiten, ein wenig Geld zu sparen. Kostenlose Eintritte, gratis Kleidung oder auch Freizeitbeschäftigungen zum Nulltarif werden durch unterschiedlichste Initiativen in der Bundesstadt ermöglicht. Wir zeigen, wo und wie dies möglich ist.

Kostenlose Möbel, Bücher, Kleidung oder Gegenstände

"Hat jemand eine Kaffeemaschine für mich?", "Umzugskartons abzugeben", "Ich suche ein Sofa für meine neue Wohnung" - all diese Anfragen sind typisch für die Bonner Facebookgruppe "Free Your Stuff". Was der eine nicht mehr braucht, hat für den anderen noch großen Wert. Und so tauschen sich die Mitglieder der Facebook-Gruppe einfach untereinander aus. So kann man auch manchmal eine teure Neuanschaffung umgehen. Fragen kostet nichts und meist hat einer der "Free Your Stuff"-User genau das, was gesucht wird und gibt es kostenfrei ab. Gerade Studenten können sich so beispielsweise die erste eigene Wohnung mit wenig Kosten ausstatten.

Ähnlich funktioniert das Prinzip der Kleidertauschpartys von Greenpeace Bonn, Femnet und der Ermekeilinitiative. Regelmäßig finden Kleidertauschpartys in der Ermekeilkaserne in der Bonner Südstadt statt. Jeder kann eigene, lange nicht mehr getragene und ungeliebte Kleidungsstücke mitbringen. Die werden dann in einem Raum auf Kleiderständer verteilt. Dann heißt es Stöbern: Wenn etwas gefällt, nimmt man es einfach mit. Und schon ist der Kleiderschrank mit neuen Lieblingsstücken gefüllt, ohne einen Cent dafür ausgegeben zu haben.

Die Initiativen unterstützen nicht nur den Geldbeutel, sondern haben auch einen umweltfreundlichen Gedanken und hinterfragen unser Konsumverhalten. Es muss nicht immer alles neu sein. Wer gebrauchte Gegenstände wiederverwendet, vermeidet große Müllberge, auf denen noch funktionierende Gegenstände landen.

Tauschen und Verschenken - das geht auch mit Büchern. In der ganzen Stadt verteilt stehen Bücherschränke. Man könnte sie als Mini-Bibliotheken beschreiben, die durch die Bürger gefüllt werden. Jeder kann seine ausgelesenen Bücher in die Schränke stellen und der Allgemeinheit freigeben. Natürlich darf man sich auch kostenfrei jedes Buch aus dem Schrank nehmen, das einen interessiert. Was in den Schränken steht, ist immer eine Überraschung und einen Blick wert.

Wie man seine Freizeit ganz ohne Geld gestalten kann

Auch ein Tagesausflug muss nicht teuer sein. Zahlreiche Museen zeigen ihre Ausstellungen bei freiem Eintritt. Das wohl bekannteste Beispiel in Bonn ist das Haus der Geschichte. Einige andere Beispiele sind das Akademische Kunstmuseum, die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus, das Schumannhaus oder das Rheinische Malermuseum Bonn. Eine Liste aller Museen mit freiem Eintritt gibt es hier.

Wildschweine, Damhirsche, Schafe, Esel oder Kängurus gibt es in den Wild- und Tierparks in Bonn und der Region. Der Ausflug in viele dieser Wildparks kostet keinen Eintritt, beispielsweise in der Waldau Bonn, im Lindenthaler Tierpark oder im Wildgehege Brück. Mehr dazu gibt es in unserem Überblick über Wildparks in der Region.

Freizeit bedeutet auch manchmal, etwas für die Figur zu tun. Und auch das muss in Bonn nichts kosten. Schon seit drei Jahren bietet der Stadtsportbund Bonn ein kostenfreies Sportprogramm an. "Sport im Park" bietet jährlich Sportkurse im Freien an. Die Angebote hören wetterbedingt Ende September auf, starten aber wieder im Frühjahr nächsten Jahres. Die Kurse reichen von Zumba, Yoga oder Pilates bis Aquajogging und Intervalltraining. Für Studenten weitet sich das kostenfreie Sportprogramm auf den Unisport aus. Neben zahlreichen Kursen, die kleine Beiträge im Semester kosten, gibt es auch einige, die ohne Gebühren besucht werden können.

Weniger anstrengend, als selbst Sport zu treiben, ist es, dabei zuzuschauen und mitzufiebern. Das geht nicht nur vor dem eigenen Fernseher ohne Kosten für Eintrittskarten. Der Baseballclub Bonn Capitals lädt zu seinen Bundesliga-Heimspielen in der Rheinaue ein und die sind in der Hauptrunde kostenfrei. Die Capitals stehen aktuell im Meisterschaftshalbfinale. Das entscheidende fünfte Spiel findet am 29. September in Bonn statt.

Essen teilen, statt wegwerfen

Die Organisation "Foodsharing" setzt sich in mehreren Städten aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten sowie kleinen und großen Betrieben ein, auch in Bonn. Die Lebensmittelretter in Bonn kooperieren mit rund 40 Supermärkten, Restaurants und Bäckereien, in denen sie die nicht mehr verkäuflichen Lebensmittel regelmäßig abholen. Über 500 Freiwillige arbeiten in Bonn mit "Foodsharing". Die nach Ladenschluss geretteten Lebensmittel werden über kurze Wege an Obdachlose und Privatpersonen verteilt.

Kostenfreie Hilfe im Alltag

Eine Deckenlampe anbringen, ein Fahrrad reparieren oder einen kompletten Umzug stemmen - Fachleute dafür zu engagieren, kann sich nicht jeder leisten. Und auch hier ist die Hilfsbereitschaft der Bonner nicht weit. Die Facebook-Gruppe "Free Your Craft" ist eine Plattform, auf der nach Hilfe gefragt und Hilfe angeboten werden kann. Und die kann ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal geht es um handwerkliches Geschick, manchmal um Hilfe mit dem kaputten Computer oder auch um praktische Tipps, wie man selbst reparieren kann.

Apropos reparieren: Ehrenamtliche in ganz Bonn und der Region haben es sich zur Aufgabe gemacht, kaputte Gegenstände zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen. Die sogenannten Repair-Cafés können von jedem Bürger kostenfrei genutzt werden. Die ehrenamtlichen Tüftler schauen sich die kaputten Gegenstände ganz genau an und bringen sie meist im Handumdrehen wieder zum Laufen. Wie bei Kleidertauschpartys und Foodsharing arbeiten Repair-Cafés gegen die Verschwendung und für ein bewussteres Konsumverhalten der Bürger. Meist zeigen die Tüftler den Besitzern der kaputten Gegenstände, wie die Reparatur funktioniert und geben so auch ihr handwerkliches Wissen weiter. Eine Auflistung aller Repair-Cafés in Bonn gibt es hier.

Als Student genießt man mit der Asta Bonn weitere kostenfreie Hilfeleistungen, beispielsweise die Fahrrad- oder Computerwerkstatt. Neben Reparaturen können Studenten aber auch auf eine kostenfreie Rechtsberatung zurückgreifen. Darin wird die jeweilige Rechtslage des Studenten im Problemfall zunächst eingeschätzt und aufgeführt, welche nächsten Schritte er einleiten könnte. Auch in Bezug auf psychische Probleme bietet die Asta Hilfestellung. Studenten können ein Erst- und Zweitgespräch wahrnehmen und werden dann an die jeweilige Beratungsstelle oder einen Arzt weitervermittelt.