Älteste Bonner Burschenschaft

Alemannia feiert drei Tage lang den 170. Geburtstag

Burschenschaft Alemannia: Vorsitzender Michael Hacker begrüßt die Gäste

BONN. Die älteste Bonner Burschenschaft "Alemannia" feierte am Pfingstwochenende ihr 170. Stiftungsfest. Ein stolzes Alter, bedenkt man, dass die Burschenschaft in der Vergangenheit schon mal verboten und von 1935 bis 1950 offiziell nicht existent war.

Begrüßungsabend, Festkommers, Frühschoppen und Familienfest: Da war schon einiges los im Verbindungshaus "Schänzchen" am Rhein. Ein Festakt am Samstagvormittag in der Universität bildete den Auftakt zu den Feierlichkeiten. Michael Hacker, Vorsitzender des Vereins alter Bonner Alemannen, wie die alten Herren offiziell heißen, konnte dazu den Bonner Professor Christian Hillgruber und Stephan Koppelberg, Leiter der Regionalvertretung der EU-Kommission in Bonn, zu zwei Festvorträgen gewinnen. Bereits an den beiden Referenten und den gewählten Themen lässt sich das vielfältige politische Engagement der Alemannia erkennen.

Hillgruber referierte über den politischen Wandel des Studiums zwischen 1965 und 1986 und befand: "Der Universität Bonn kann man nicht vorwerfen, unterwürfig zu sein." Koppelberg, der kurzfristig für Alexander Graf Lambsdorff eingesprungen war, stellte die Erfolge der Europäischen Union heraus, die in diesem Jahr ihr 60. Jubiläum feiert. Das Schlusswort richtete Michael Hacker an die Gäste: "Die Politiker hören nicht immer hin, was das Wahlvolk will." Ein Festball am Sonntagabend sowie eine Rheinfahrt am gestrigen Pfingstmontag rundete das Stiftungsfest ab.

Die Alemannia versteht sich als überparteilich, überkonfessionell und politisch unabhängig und ist in ihrem Selbstverständnis liberal. Sie ist eine "fakultativ schlagende Verbindung", was bedeutet, die Studenten können fechten, wenn sie wollen - sie müssen aber nicht. Die Mitglieder sind entweder Studenten, Aktivitas genannt (derzeit 15), oder Absolventen, die "Alten Herren" (aktuell 153), was man bereits nach dem Studium wird. Mitglied kann jeder männliche Studierende der Universität Bonn werden, unabhängig vom Fachbereich.

Das Verbindungshaus der Alemannen steht an einem der schönsten Plätze, die Bonn zu bieten hat: direkt am Rhein, ganz in der Nähe der Beethovenhalle, mit herrlichem, unverbaubarem Blick nach Beuel. Es wird liebevoll das "Schänzchen" genannt. Außer den gesellschaftlichen Räumen verfügt es über sieben Wohnräume für Studenten.