Trajektknoten Bonn

Abschlussarbeiten liegen im Zeitplan

Zufrieden mit seinem letzten Großprojekt: Tiefbauamtsleiter Werner Bergmann geht Ende Juni in Pension.

BONN. "Das ist ein Genuss zu sehen, wenn überall auf der Baustelle gewuselt wird." Tiefbauamtschef Werner Bergmann kann Ende des Monats zufrieden in den Ruhestand gehen. Denn Bonns derzeit größte Straßenbaustelle in Höhe der Bundeskunsthalle ist mustergültig abgelaufen.

Pünktlich am 4. Juli soll der so genannte Trajektknoten auf der Friedrich-Ebert-Allee zwischen Heussallee und Langenbachstraße für den Verkehr freigegeben werden.

Auch der Kostenrahmen von rund 4,5 Millionen Euro, im wesentlichen finanziert von Bund und Land aus der Entwicklungsmaßnahme Bundesviertel, werde eingehalten, so Bergmann. Vor drei Jahren wurde die U-Bahn an dieser Stelle auf einem Stück von 140 Metern in die Erde verlegt, was weitere 13,9 Millionen Euro gekostet hatte und zu 90 Prozent von Bund und Land übernommen worden war.

Aus Bonn kommender Verkehr kann hier künftig geradeaus oder links über die Franz-Josef-Strauß-Allee in Richtung Rheinaue, Südbrücke oder Dottendorf fahren. Von dort kommend, kann man über den Kreisel nach links Richtung Innenstadt fahren, was heute nur über die Rheinstraße geht. Von Godesberg kommend, wird man ebenfalls links Richtung Bundeskunsthalle und Dottendorf fahren können.

Während eine Firma die Kamerasysteme für die Verkehrsüberwachung installiert, spielt eine andere die Software für die Ampelanlagen auf. Leuchtdioden zeigen dem Mann am Schaltkasten, bei welchen Ampeln es noch hakt. "Ein paar Tage vor der Eröffnung wird die Signalanlage bei abgedeckten Ampeln zur Probe laufen, damit man sicher gehen kann, dass nirgendwo ein Wackelkontakt ist", kündigt Bergmann an.

Was derzeit rund um den großen Kreisverkehr geschieht, "ist vor allem Kosmetik", erklärt Bergmanns Stellvertreter, Peter Esch. Die eine oder andere Markierung fehlt noch, an der Auffahrt von der Franz-Josef-Strauß-Allee muss noch Mutterboden aufgefüllt werden, am Freitag mussten ein Kanalschacht mit Ausgleichsringen angehoben und die Steigeisen angepasst werden.

Was fehlt, sind auch die Hinweisschilder. "Wir wollen die Schilderbrücke etwas anders konstruieren, damit man bei Schwertransporten nicht immer aufwendig die Schilder demontieren muss", so Bergmann. Ähnlich wie an der Zweiten Fährgasse soll es eine Konstruktion zum Klappen werden. Doch noch liegen die Pläne bei den Statikern, die sie erst frei geben müssen.

Auf die Bepflanzung müssen die Bonner noch bis zum Herbst warten. "Das wäre im Sommer mit zu hohem Pflegeaufwand und zu hohen Kosten verbunden", erklärt Esch. 22 Bäume mussten für den Bau des Kreisels gefällt werden.

Mit der Pflanzung von 47 neuen Bäumen in den Seitenbereichen und dem Mittelstreifen wird dieser Verlust aber mehr als kompensiert. Der Innenkreis wird begrünt oder mit Bodendeckern bepflanzt. "Es wäre natürlich schön, wenn man für diesen Standort ein Kunstwerk bekäme", meint Bergmann.

Sanierung der B9 beginnt nächstes Jahr

Nach dem Trajektknoten nimmt sich die Stadtverwaltung südlich davon einen stark sanierungsbedürftigen Abschnitt der Friedrich-Ebert-Allee (B9) vor: Die Arbeiten zwischen Langenbachstraße und Adalbert-Stifter-Straße beginnen voraussichtlich Anfang 2014, sofern nach dem Bau- und Vergabeausschuss auch der Hauptausschuss zustimmt. Rund 1,72 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt; es soll im Sommer 2014 abgeschlossen sein.

Die Gestaltung von Fahrbahn, Gehweg, Rad- und Grünstreifen soll sich den ausgebauten Bereichen der B9 anpassen, erklärte das Presseamt. Nach Abschluss der Straßenbauarbeiten sollen 45 neue Bäume im Seiten- und Mittelstreifen gepflanzt werden.

Nach der Winterpause wird mit dem Ausbau in Richtung Bonn begonnen. Während der Arbeiten werden überwiegend zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Im zweiten Abschnitt wird die B9 in Richtung Süden tiefgründig saniert. Hier wird eine von zwei Fahrspuren gesperrt. Der Ausbau sei deshalb nur in den verkehrsschwachen Sommerferien möglich, so das Presseamt der Stadt.