Ergebnis des Bürgerentscheids

55.000 Bonner stimmen für Baustopp des Wasserlandbads

Bonn. Das Ergebnis steht fest: Die Planung des Wasserlandbads in Dottendorf wird gestoppt. Die Ergebnisse der einzelnen Bezirke und Reaktionen zum Nachlesen.

Die Bonner haben entschieden: Das neue Wasserlandbad wird nicht gebaut. Beim Bürgerentscheid setzten sich die Gegner des Neubauprojekts mit 51,94 Prozent gegen die Befürworter (48,06 Prozent) durch. 

"Das ist eine Entscheidung, mit der wir jetzt umzugehen haben. Ich denke, dass sich der Stadtrat in seiner Sitzung nach der Sommerpause mit genau diesem Ergebnis befassen wird und wir sehen müssen, ob es dabei bleibt, dass das Hardtbergbad saniert wird, dass die Beueler Bütt saniert wird, weil das ist ja beschlossen worden", sagte Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan nach der Ergebnisverkündung im Stadthaus.

Mit dem Bürgerentscheid endete eine monatelange, teils erbittert geführte Auseinandersetzung. In der Konsequenz bleibt das Frankenbad erhalten, und auch für das derzeit geschlossene Kurfürstenbad könnte sich wieder eine Tür öffnen. Mit dem Bürgerentscheid wird der Ratsbeschluss vom 14. Dezember 2017 ersetzt, in dem die Konzeption zum Bau und Betrieb des Wasserlandbades verabschiedet worden war.

Stadt erstattet Stadtwerken 6,7 Millionen Euro

Den Stadtwerken, die das neue Bad bauen und betreiben sollten, werde die Stadt nun die entstandenen Kosten von insgesamt rund 6,7 Millionen Euro erstatten, wie es vertraglich vereinbart ist.

Seit dem Vormittag hatten 435 Helfer im Stadthaus die Stimmzettel ausgezählt, gegen Mittag gab es dann die ersten Ergebnisse aus den 33 Kommunalwahlbezirken. Recht schnell ließ sich eine Tendenz erkennen: Dort, wo die Neubaubefürworter vorn lagen, war der Abstand zumeist gering. Umso mehr wirkten die Gewinne der Wasserland-Gegner, die in mehreren Wahlbezirken mit zwei Dritteln oder mehr sehr deutlich waren.

Besonders deutlich fiel die Wählerentscheidung in Bad Godesberg aus, wo fast zwei Drittel der Bürger gegen das neue Schwimmbad in Dottendorf votierten. In den Stadtbezirken Bonn und Beuel endete die Abstimmung nahezu mit Stimmengleichheit, der Stadtbezirk Hardtberg stimmte mit 56 zu 44 Prozent deutlich für den Neubau. In Bonn gingen vor allem die - im Umfeld des Frankenbades gelegenen - Viertel in der Nordstadt klar an diejenigen, die sich für den Erhalt dieses Hallenbades und gegen den Neubau in Dottendorf stark gemacht hatten. Die Wahlbeteiligung lag bei 42,87 Prozent.

Insgesamt haben 106.070 Bonnerinnen und Bonner laut Angaben der Stadt an der Brief-Abstimmung teilgenommen. Die Beteiligung lag damit bei 42,87 Prozent. 54.932 beantworteten die Frage "Soll der Neubau eines Schwimmbades in Bonn-Dottendorf gestoppt werden?" demnach mit "Ja". 50.833 votierten mit "Nein".

Der Live-Ticker zum Nachlesen: