Sperrung des Dachgeschosses

43 Räume im Uni-Hauptgebäude sind wieder frei

Die Büros und Seminarräume im Dachgeschoss der Universität stehen derzeit leer. Nur das Sicherheitspersonal hat noch Zutritt.

Nach einer Sperrung sind Teile des Dachgeschosses wieder nutzbar.

Bonn. Den gesamten Winter über war sie das beherrschende Thema im Hauptgebäude der Universität: die Sperrung des Dachgeschosses aufgrund von Brandschutzmängeln. Am Mittwochmittag die überraschende Meldung aus dem Rektorat: Die Hälfte der Räume ist wieder frei.

Sie war im Umfeld der Universität das beherrschende Thema des zurückliegenden Wintersemesters: die Sperrung des Dachgeschosses aufgrund von Brandschutzmängeln, von der viele Studenten, Dozenten und Mitarbeiter kurz vor Weihnachten überrumpelt worden waren. Elf Wochen danach folgte am Aschermittwoch für sie nun die nächste Überraschung: Der Bau und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen habe die Hälfte der Räume wieder zur Benutzung freigegeben, teilte die Universität per Pressemitteilung mit.

Offenbar ist es nach Ansicht des BLB mit dem Brandschutz unter dem Dachstuhl des kurfürstlichen Schlosses nun besser bestellt, als dies bei einer Begehung im Dezember der Fall gewesen war. Seinerzeit hatte die Bonner Berufsfeuerwehr keine Bedenken gegen eine weitere Nutzung des Obergeschosses gehabt. Ganz anders als der BLB, der als Eigentümer das letzte Wort hat und die gesamte Etage mit sofortiger Wirkung sperren ließ. Und so begann das neue Jahr, wie das alte geendet hatte: mit Brandbriefen aus der Studentenschaft an Dekane, Krisengipfel mit Rektor und Kanzler, atmosphärischen Störungen zwischen Uni und BLB und einem Pendelbusverkehr zu Lehrveranstaltungen im eilends belegten Ausweichquartier, einem ausgedienten Bau der Uni an der Römerstraße.

Was genau die Lage im Dachgeschoss aus Sicht der Verantwortlichen beim BLB nun so deutlich verbessert hat, vermochte ein Sprecher des Landesbetriebs am Mittwoch auf Anfrage des General-Anzeigers nicht zu sagen. Auf einem Foto, das gemeinsam mit der Pressemitteilung verschickt worden ist, sind farbig leuchtende Signale zu sehen, die im Abstand von etwa 20 Zentimetern die Mitte des Flurs im Dachgeschoss kennzeichnen. Es liegt nahe, dahinter einen Fluchtwegeplan zu erkennen, der im Notfall die Orientierung erleichtern soll. Zudem ist in der Erklärung der Universität die Rede von einem „vorgelegten Nutzungskonzept und zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen“.

Rektor Michael Hoch und Kanzler Holger Gottschalk zeigten sich am Mittwoch in ersten Stellungnahmen erleichtert darüber, dass immerhin 43 Räume wieder zur Verfügung stehen. Damit könnten viele Beschäftigte, die zuletzt auf Heimarbeit oder an die Römerstraße ausgewichen waren, an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Ein Wermutstropfen bleibt: Für Lehrveranstaltungen bleibt das Dachgeschoss tabu. Immerhin aber haben die betroffenen Fakultäten laut Universität nun erst einmal Planungssicherheit für das Sommersemester und darüber hinaus. Eine Dauerlösung ist die Freigabe indes nicht, denn bekanntlich steht die Generalsanierung des gesamten Hauptgebäudes noch aus. Die neue Regelung gelte somit zwar ohne eine zeitliche Befristung, die nächste Zwischenlösung schaut aber bereits um die Ecke.