Pro-EU-Aktion „Pulse of Europe“

400 Bonner setzen Zeichen für Europa

Bonn. Auf dem Bonner Marktplatz haben sich am Sonntagmittag rund 400 Menschen versammelt. Sie wollen damit ein Zeichen für Europa setzen.

So mancher Café-Besucher auf dem Bonner Marktplatz reagierte am Sonntagnachmittag überrascht auf die Demonstration von „Pulsschlag Europas“: Zum ersten Mal versammelte sich der Bonner Ableger der europaweiten Bürgerbewegung vor dem alten Rathaus. Die Polizei schätzte, dass etwa 350 bis 400 Männer und Frauen an der Versammlung teilnahmen.

„Wir stehen hier auf dem Markt – das ist der beste Platz für unsere Aktion, weil auf den Treppen des Rathauses schon unglaublich viele Europäer für Europa eingetreten sind, als das noch nicht so selbstverständlich war“, erklärte Peter Ruhenstroth-Bauer, einer der Organisatoren. Der SPD-Politiker betonte die Überparteilichkeit der Demonstration: „Die Jusos haben eben ihre Fahne eingerollt – das ist gut, weil es hier um wichtigeres, um Europa geht.“ Auf der improvisierten Bühne sagte er: „Es gibt Töne in Europa, die Grenzen wieder aufzubauen und Zäune wieder aufzustellen – dagegen will Pulse of Europe einen Gegenbeweis setzen.“

"Alles hier ist sehr improvisiert", gab Mit-Organisator Stefan Hahn zu. "Wir haben uns erst letzte Woche Sonntag spontan für diese Aktion entschieden." Die Versammlung endete mit einer Menschenkette, die den gesamten Markt einzäunte. Zudem sangen die Teilnehmer die Europahymne – ihr Text war allerdings umgedichtet und rief die Niederländer auf, sich bei der bevorstehenden Parlamentswahl für Europa zu entscheiden.

Christian Klatt war zufällig zur Demonstration gestoßen: „Ich finde es aber wichtig, dass man ein Zeichen setzt", sagte der 27-Jährige. "So eine Versammlung ist ein minimaler Aufwand – das Zeichen, das davon ausgeht, aber maximal." Auch Diakon Klaus Behne nahm an der Versammlung teil: "Ich mache mir Sorgen um unsere Kinder und Enkel", sagte der 77-Jährige. "Europa muss lebendiger und demokratischer werden." Es sei problematisch, dass die EU den Eindruck vermittle, dass "Brüssler Bürokraten" die Anliegen der Leute ignorierten.

In 35 bundesdeutschen Städten gingen zuvor bereits jeden Sonntag von 14 bis 15 Uhr für Europa auf die Straße. In Bonn haben sich zunächst unabhängig voneinander zwei Teams für den Pulsschlag Europas engagiert.