Kommunalwahl 2014

359 Bonner kandidieren für den Stadtrat

Bonn. 31 Prozent aller Kandidaten bei der anstehenden Kommunalwahl sind Frauen. Der älteste ist 82 Jahre alt, der jüngste gerade 18 geworden.

359 Bonner von elf Parteien kandidieren bei den Kommunalwahlen am 25. Mai für einen Sitz im Bonner Stadtrat. Auf den sogenannten Reservelisten der Parteien stehen all jene Kandidaten, die je nach Anzahl der Stimmen ihrer Partei und Listenplatz in den Stadtrat einziehen. 110 Frauen und 249 Männer treten zur Listenwahl an, der Frauenanteil beträgt 31 Prozent über alle Parteien. Im Einzelnen sieht es aber sehr unterschiedlich aus.

Frauen und Männer

Bei SPD und Grünen sind etwa die Hälfte der Kandidaten Frauen, es folgen CDU und AfD mit einem Frauenanteil von 27 Prozent. Bei BIG Partei und Pro NRW treten nur ein Viertel, bei der FDP unter 20 Prozent Frauen an. Noch geringer ist der Frauenanteil beim Bürger Bund Bonn (BBB) mit 15 Prozent. Das Schlusslicht bilden die Piraten, bei denen nur eine einzige Frau auf der Reserveliste steht.

Alter

Der älteste Kandidat zählt schon 82 Lenze (FDP) und der jüngste hat gerade das Mindestalter von 18 Jahren erreicht. Letzterer steht bei BIG auf der Liste. Im Durchschnitt sind die Kandidaten 49 Jahre alt. Auch hier streuen die Ergebnisse bei den Parteien beachtlich: Die ältesten Kandidaten stellt der BBB, deren Kandidaten im Durchschnitt fast 61 Jahre alt sind. Neun Jahre jünger sind im Durchschnitt die CDU- Kandidaten, sie kommen auf knapp 52 Jahre, dicht gefolgt von den Kandidaten der AfD, die im Durchschnitt 51 Jahre alt sind.

Auch knapp über 50 Jahre alt sind die Kandidaten der Grünen, wobei deren hauptsächliches Wahlklientel gut 20 Jahre jünger ist als die Kandidaten. Unter 50 Jahre sind die Kandidaten der SPD, FDP, BIG, pro NRW und Piraten, wobei die BIG-Kandidaten mit gut 40 Jahren die jüngsten sind. Die SPD-Kandidaten sind 47 Jahre alt und so im Schnitt fünf Jahre jünger als die CDU-Leute. Insgesamt 47 über 65-Jährige werden ins Rennen geschickt: Die meisten stellt mit 13 die CDU, dicht gefolgt von der FDP mit zwölf. Außer der Euro-Gruppierung haben alle Parteien mindestens einen Rentner auf der Liste; SPD und Grüne zwei. Sieben von 13 der Kandidaten des BBB sind in dieser Altersgruppe.

Herkunft der Kandidaten

Nur 102 der Kandidaten sind im heutigen Bonner Stadtgebiet geboren, das sind 28 Prozent. Auch hierbei gibt es beachtliche Unterschiede zwischen den Parteien: Die Partei mit den meisten Bonnern ist Pro NRW, wo 44 Prozent der Kandidaten in Bonn geboren sind, gefolgt von der CDU mit 41 Prozent. Auf dem dritten Platz folgen die Kandidaten der SPD, hier ist jeder Dritte ein Bonner Stadtkind. Der BBB bringt es auf 30 Prozent Bonner. Jeweils rund ein Viertel der Kandidaten der FDP, LINKE und BIG sind in Bonn geboren. Mit Abstand die wenigsten Kandidaten, die in Bonn geboren sind, schicken die Grünen ins Rennen. Nur jeder Elfte ist ein Bonner Kind. Immerhin 41 der Kandidaten (elf Prozent) sind außerhalb der heutigen Grenzen Deutschlands geboren.

Wohnen die Direktkandidaten in ihrem Wahlkreis?

Neben der Liste haben sich 332 Direktkandidaten in den 33 Wahlkreisen im Stadtgebiet aufstellen lassen. Haben sie einen direkten Bezug zu ihrem Wahlkreis? Das Ergebnis war überraschend: 176 (53 Prozent) der 332 Kandidaten und Kandidatinnen wohnen nicht in ihrem Wahlkreis. In einem Wahlkreis (03 Innere Nordstadt) wohnt nur einer der Kandidaten im Bezirk, während in den Wahlkreisen Auerberg (06) und Beuel-Süd (34) nur jeweils zwei von zehn Kandidaten nicht im Wahlkreis wohnen.