Rheinweg 48 in Bonn

34 Wohnungen der Stadt stehen leer

Das Haus am Rheinweg 48 steht schon so lange leer, dass nur noch der Abriss möglich ist.

BONN. Vor ein paar Wochen platzte den Mitgliedern des Kleingartenvereins Bonn-Süd der Kragen: 13 Unterzeichner stellten in einem Bürgerantrag der Stadt die Frage, was denn eigentlich aus dem Haus Rheinweg 48 werden soll. Das Haus gehört dem städtischen Gebäudemanagement (SGB) und gammelt seit Jahren vor sich hin.

Eine Pächterin, deren Parzelle unmittelbar neben dem Haus liegt, berichtet von unhaltbaren Zuständen. So hätten Obdachlose den Hof des Hauses als Toilette benutzt, so dass der Aufenthalt im eigenen Garten kaum noch möglich gewesen sei. Und der Zustand des Hauses sei nur ein Ärgernis.

"Ich frage mich, was das für eine Ressourcenvernichtung ist und warum hier so viel Geld verschleudert wird", so die Pächterin. Denn als sie vor vier Jahren ihren Garten bezogen habe, da sei das Haus "tipptop" in Ordnung gewesen. Erst danach, als sich niemand darum kümmerte, sei es nach und nach auseinander genommen worden. "Da gingen teilweise Leute rein und haben die Rohre rausgetragen", erzählt die Frau.

In einem internen Papier, das dem GA vorliegt, stuft das SGB das Haus Rheinweg 48 als "abbruchreif" ein, es ist derzeit nicht mehr bewohnbar. Andere Häuser, die dem SGB gehören, sind allerdings sehr wohl bewohnbar. Sie stehen trotzdem leer. Auf eine Anfrage der Linken Ratsfraktion zu Wohnungsleerständen im Bereich des SGB, antwortet das Gebäudemanagement, dass insgesamt 37 Wohnungen in 23 Objekten leer stehen. Mittlerweile sind es 34.

 Der planungspolitische Sprecher Holger Schmidt kann das angesichts der Knappheit auf dem Bonner Wohnungsmarkt nicht nachvollziehen. "Das SGB hat bis September 20 Millionen Euro seines Haushaltes nicht ausgegeben. Stattdessen lassen sie die Gebäude vergammeln. Man versteht es nicht." So ganz in Ordnung findet man diesen Zustand wohl auch beim SGB nicht. Zumindest kann man so die schmallippige Erklärung auf die Anfrage der Linken verstehen.

"Soweit Wohnungen nicht für städtische Verwendungen vorgehalten werden müssen und selbstständig nutzbar sind, wird das SGB vor dem Hintergrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt erneut prüfen, ob einzelne Objekte mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nutzbar gemacht werden können."

Laut der SGB-Liste zählt das Gebäudemanagement zu den Wohnungen, die bewohnbar oder "mit geringem baulichen Aufwand" nutzbar sind unter anderem die derzeit leer stehenden Wohnungen Alter Heerweg 125, Friedlandstraße 15, Fahrenheitstraße 3 bis 5 sowie Dompfaffenweg 8.

"Die Gründe für den Leerstand sind vielfältig, zum Beispiel weil Gebäude abbruchreif sind, ein Verkauf geplant ist, Sanierungen durchgeführt werden oder anstehen oder die Räume für städtische Schul- und Kindergartennutzungen reserviert sind", so das SGB auf Anfrage des GA.

Und weiter: "Die Wohnungen Alter Heerweg 125 und Dompfaffenweg 8 sind aktuell wieder einer Wohnnutzung zugeführt worden und stehen nicht mehr leer. Angesichts fehlenden Wohnraums wurden Bedarfsplanungen der Sportförderung und Schulnutzung zurückgestellt."

 Andere Wohnungen hätten "einen so hohen Modernisierungsbedarf, dass eine Herrichtung unwirtschaftlich wäre, so dass die erforderlichen Mittel hierfür derzeit für andere Baumaßnahmen verwendet werden". Einige Wohnungen hätten schwere Baumängel und seien in dem Zustand nicht vermietbar.

Das SGB kündigt weiter an, dass das Haus Rheinweg 48 im ersten Quartal 2013 abgerissen werden soll, "um den Interessen der Anwohner zu entsprechen". Dann könne dort nach heutigen Ansprüchen gebaut werden, was in dem alten Gebäude nicht umsetzbar gewesen sei.