Freundin stach mit Messer zu

32-Jähriger im Streit um Fischstäbchen attackiert

Stark verarbeitete Lebensmittel wie Fischstäbchen erhöhen das Krebsrisiko.

Symbolfoto.

Bonn. Ein 32-jähriger Bonner wählte den Notruf, weil er von seiner Freundin in der gemeinsamen Wohnung mit einem Steakmesser attackiert worden war. Das Pärchen hatte sich zuvor um Fischstäbchen gestritten.

Es war eine besonders blutige Auseinandersetzung, die am 13. November 2018 die Polizei auf den Plan rief. Ein 32-jähriger Bonner hatte den Notruf gewählt, weil er von seiner Freundin in der gemeinsamen Wohnung attackiert worden war. Die 45-Jährige hatte ihm ein Steakmesser in den Oberkörper gestoßen – im Verlauf eines Streits, in dem es auch um Fischstäbchen gegangen sein soll.

Wie Amtsgerichtsdirektorin Birgit Niepmann am Donnerstag mitteilte, muss sich die 45-Jährige demnächst wegen gefährlicher Körperverletzung vor einem Bonner Schöffengericht verantworten. Zwar war die Messerattacke rechtlich zunächst als versuchtes Tötungsdelikt gewertet worden und die Diplomatentochter für vier Monate in Untersuchungshaft gelandet. Doch als die Ermittlungen ergaben, dass sie ihre Attacke beendet hatte, obwohl sie bemerkt hatte, dass ihr Opfer noch lebte, milderte die Staatsanwaltschaft ihren Vorwurf gegen die 45-Jährige ab. Denn, so die Ankläger: Es sei nicht auszuschließen, dass sie vom Tötungsversuch freiwillig und damit strafbefreiend zurückgetreten sei.

32-jähriger Freund überlebt Messerstich in die Brust

Laut Anklage kam es in der Tatnacht gegen vier Uhr zu einem immer erbitterter geführten Streit zwischen den beiden. Dabei hatte das Paar den Angaben zufolge zunächst noch einen schönen Abend zusammen verbracht, wenn auch laut Anklage mit reichlich Alkohol. Schließlich gab ein Wort das andere: Sie wurde auf ihn wütend, weil er ihr angeblich die Fischstäbchen wegaß und sie überdies auch noch als verwöhnte Diplomatentochter beleidigt haben soll.

Was genau dazu führte, dass sie laut Anklage schließlich in die Küche lief, mit dem Steakmesser zurückkam und es dem Lebensgefährten von hinten in den Oberkörper stieß, wird das Gericht klären müssen. Fest steht laut Staatsanwaltschaft: Das Messer drang nach unten in die Brust ein und war potenziell lebensgefährlich. Allerdings war der 32-Jährige noch in der Lage, selbst die Polizei zu rufen. Er kam ins Krankenhaus, sie ins Gefängnis, das sie erst im März wieder verlassen durfte.

Den Ermittlern zufolge erklärte die 45-Jährige, sie sei von ihrem Lebensgefährten massiv tätlich angegriffen worden. Es sei nicht beim verbalen Streit geblieben, sondern er habe angefangen, auf sie einzuschlagen. Das bestreitet der 32-Jährige laut der Anklage. Wie die Ermittlungen ergaben, kam es bei dem Paar bereits in der Vergangenheit mehrfach zu tätlichen Auseinandersetzungen. Auch sollen die zuletzt arbeitslose 45-Jährige und der 32-Jährige sich immer wieder mal getrennt und versöhnt haben. Nach der Tat soll die Frau aber erklärt haben, jetzt sei die Beziehung für sie endgültig beendet.

Der Prozess ist noch nicht terminiert.