Uni-Kliniken Bonn

300 Pflege- und Servicemitarbeiter streiken

Rund 300 Mitarbeiter haben heute in den Uni-Kliniken in Bonn die Arbeit niedergelegt.

Bonn. Rund 300 Mitarbeiter der Uni-Kliniken auf dem Venusberg sind heute dem Aufruf von ver.di gefolgt und haben im Zuge des landesweiten Warnstreiks der Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder ihre Arbeit niedergelegt.

Überwiegend Bedienstete aus dem Pflegebereich sowie Servicekräfte der Kliniken und einige Mitarbeiter der Bonner Universität  trafen sich am Morgen auf dem Klinikgelände und zogen mit Trillerpfeifen und Fahnen von Klinik zu Klinik, um ihren Forderungen unter anderem nach mehr Lohn lautstark Ausdruck zu verleihen.

Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, hatte ver.di zuvor mit der Klinikleitung eine sogenannte Notdienstvereinbarung unterschrieben, die einen Mindestbesetzung von Pflegekräften auf allen Stationen während des Streiks gewährleisten sollte.

 

Viele Patienten, die den Zug der Streikenden am Wegesrand mitverfolgten, zeigten Verständnis für die Forderung der Mitarbeiter. Personalratsvorsitzender Horst Löffel kritisierte am Mittag auf der Personalversammlung der Klinikbeschäftigten, dass die politischen Rahmenbedingungen für die immer größer werdenden Belastungen der Mitarbeiter vor allem im Pflegebereich verantwortlich seien. Allerdings sei die wachsende Arbeitsverdichtung auch hausgemacht, da  oftmals Patienten ohne Rücksicht auf die vorhandenen Personalkapazitäten einbestellt würden.   

 Die Gewerkschaften und die Länder als Arbeitgeber verhandeln seit Ende Januar über einen neuen Tarifvertrag. Die Gewerkschaften fordern für die Landesangestellten unter anderem 6,5 Prozent mehr Lohn, neue Urlaubsregelungen und eine Übernahmegarantie für Auszubildende. Ein Angebot der Länder gibt es bislang nicht.