Skat-Tandem-Meisterschaft

292 Teams reizen ihr Karten aus

v.l.: Dieter Kurth und Maximilian Bumberger von den Skatfreunden Sankt Augustin spielen die letzte Runde mit Wolfgang Näser aus Zwickau und Uwe-Jens Rix aus Lübeck.

11.08.2014 BONN. Dieter Kurth und Maximilian Bumberger spielen Skat schon seit der Schulzeit und bringen entsprechende Erfahrung mit. Die hatte die Mitglieder der Skatfreunde Sankt Augustin bis in die Endrunde der neunten Deutschen Tandem-Meisterschaft im Skat gebracht.

Aber nicht gemeinsam: Während Kurth am Wochenende mit Walter Wenzel für die Sankt Augustiner antrat, ging Bumberger mit Wilfried Schlicht für den Skatclub Niederpleis ins Turnier.  Kein Problem: Er ist Mitglied in beiden Vereinen, denn das ist Voraussetzung.

Im Maritim Hotel sahen sie sich am Samstag und Sonntag mit der geballten Konkurrenz aus ganz Deutschland konfrontiert. In der letzten Runde zum Beispiel spielten sie zufällig zusammen an einem Tisch mit Uwe-Jens Rix aus Lübeck und Wolfgang Näser aus Zwickau.

Tandem bedeutet beim Skat, dass zwei Personen als Team am Turnier teilnehmen. Jeder spielt für sich an unterschiedlichen Tischen, aber die erspielten Punkte werden für die Schlusswertung zusammengezählt. Da kann es passieren, dass der eine Spieler die schlechte Runde eines anderen mit einer guten Punktzahl ausgleichen kann. Diese Art des Skatturniers erfreue sich immer größerer Beliebtheit, sagte Spielleiter Hubert Wachendorf vom Deutschen Skatverband (DSKV), der das Turnier zum fünften Mal im Bonner Maritim Hotel ausrichtete: Nach 277 Tandem-Teams im letzten Jahr nahmen dieses Mal 292 teil.

Darunter seien auch mindestens 60 weibliche Spieler, sagte Wachendorf. "Die Frauen sind auf dem Vormarsch." Es gebe auch schon eine eigene Damen-Bundesliga. Vor allem den älteren männlichen Spielern gefalle das nicht - das Kartenspiel war sehr lange eine Männerdomäne, aber diese Zeiten sind vorbei. Eine solche Turnierveranstaltung koste rund 70 000 Euro, sagte er. Dabei zahle der Verband noch drauf: Saalmiete und Material würden nicht durch das abgedeckt, was die Spieler in der Vorqualifikation bezahlt haben. "Jedes Tandem bezahlt beim ersten Start 30 Euro", sagte er. Bei 1884 teilnehmenden Teams kamen also 56580 Euro zusammen. Davon wurden 25000 Euro für die Rückzahlung von Anfahrtskosten aufgewendet - jedes Endrundentandem erhielt einen Betrag je nach zurückgelegter Entfernung. Vom Rest werden die Preisgelder ausgezahlt.

Der Anfahrtsweg von Bumberger, Kurth und ihren Kollegen aus Sankt Augustin und Niederpleis fiel nicht sehr weit aus. Eine gute Platzierung machten sie am Ende auch nicht, aber sie hatten ihren Spaß - und ein Wochenende mit Gleichgesinnten in professioneller Atmosphäre. "Skat ist eine ständige Herausforderung, weil es viel logisches Denken erfordert", sagte Bumberger. "Man braucht aber auch ein Quäntchen Glück dazu."

Das Skatspiel wurde im letzten September 200 Jahre alt: 1813 wurde es in Altenburg erfunden. Der DSKV hat laut Pressesprecherin Ute Modrow ein hehres Ziel: "Wir haben einen Antrag auf immaterielles Weltkulturerbe gestellt." Denn Skat sei ein echtes deutsches Traditionsspiel. Das Verfahren laufe noch. (Stefan Knopp)