Drogenmilieu am Bonner Hauptbahnhof

27-Jähriger wegen schwerer Vergewaltigung angeklagt

Baurbeiten am Hauptbahnhof.

Ein 27-Jähriger soll in Bonn und Wesseling drei Frauen schwer missbraucht haben.

BONN. Ein 27-Jähriger soll drei Frauen in Bonn und Wesseling stundenlang missbraucht haben. Nun wird ihm vor dem Bonner Landgericht der Prozess gemacht: Die Anklage lautet schwere Vergewaltigung, Körperverletzung und Raub.

Wegen schwerer Vergewaltigung, Körperverletzung und Raub muss sich demnächst ein 27-jähriger Mann vor dem Bonner Landgericht verantworten: Ihm wird zur Last gelegt, zwischen August vergangenen und Januar dieses Jahres in Bonn und Wesseling drei Frauen vergewaltigt und zum Teil über mehrere Stunden missbraucht zu haben. Alle drei Opfer erlitten dabei Verletzungen.

Laut Anklage hat sich das erste Verbrechen am 1. August im Wesselinger Rheinpark ereignet: Um halb drei nachts soll der Mann eine Obdachlose zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Der Täter kannte offenbar sein Opfer, denn bevor er die 52-Jährige, die auf einer Parkbank schlief, angriff und komplett entkleidete, soll er sie laut Anklage durch Rufen ihres Vornamens geweckt haben. Die Frau konnte allerdings keine näheren Angaben zum Täter machen, als sie Anzeige erstattete.

Auch im zweiten Fall, der sich knapp drei Monate später in einer Unterführung in der Nähe des Bonner Kaiserplatzes zugetragen haben soll, kannte das Opfer seinen Peiniger wohl nur flüchtig: Im Drogenmilieu sollen sich die beiden zuvor zu einvernehmlichem Sex gegen Bezahlung verabredet haben. Als der 27-Jährige aber mehr als die vereinbarte Leistung einforderte und die Frau dem nicht nachkommen wollte, soll er sie zunächst ins Gesicht geschlagen und dann über drei Stunden vergewaltigt und missbraucht haben. Bevor der Wesselinger dann von der Frau abließ, soll er ihr das Handy, eine Sprühdose mit Pfefferspray und Tabak abgenommen haben.

Täter soll am Hauptbahnhof mit Messer bedroht haben

Gleich um die Ecke soll der Angeklagte dann Ende Januar sein drittes Opfer getroffen und gegen Mitternacht an einer abgelegenen Stelle an den Gleisen neben dem Bonner Hauptbahnhof ebenfalls mehrfach vergewaltigt haben: Zudem, so steht es in der Anklage, soll er sie unter Todesdrohungen mit einem Messer gefügig gemacht haben. In diesem Fall soll der Täter das Geschehen sogar mit seinem Mobiltelefon gefilmt haben. Auch diesem Opfer nahm er das Handy ab und zudem den Ausweis und eine Scheckkarte.

Sein drittes Opfer rettete sich zu einem Taxistand, stieg gezielt in ein mit einer Frau besetztes Fahrzeug ein und erklärte ihr, sie sei vergewaltigt worden. In diesem Fall kamen die Ermittlungsbehörden dem mutmaßlichen Täter mit DNA-Spuren auf die Schliche, die am Tatort sichergestellt werden konnten. Und diese ließen sich laut Anklage später auch den beiden anderen Taten zuordnen.