Bonner Unicef-Hochschulgruppe und Juniorteam

259 rote Hände gegen Kindersoldaten

Die Mitglieder der Bonner Unicef-Hochschulgruppe und des Juniorteams überreichen der CDU-Bundestagsabgeordneten Claudia Lücking-Michel (M.) die Papierrollen mit den roten Händen.

Die Mitglieder der Bonner Unicef-Hochschulgruppe und des Juniorteams überreichen der CDU-Bundestagsabgeordneten Claudia Lücking-Michel (M.) die Papierrollen mit den roten Händen.

Bonn. Die Bonner Unicef-Hochschulgruppe und das Juniorteam übergaben jetzt der CDU-Bundestagsabgeordneten Claudia Lücking-Michel mit roten Handumrissen bemalte Papierrollen - als Protest gegen die Rekrutierung von Kindern als Soldaten in der Welt.

Als Schüler oder Student in Bonn kann man nicht direkt etwas gegen die Rekrutierung von Kindern als Soldaten unternehmen. Aber man kann ein Zeichen setzen, und das taten die Bonner Unicef-Hochschulgruppe und das Juniorteam: Sie sammelten viele rote Handumrisse auf Papierrollen, die sie am Montag auf der Treppe des Alten Rathauses der CDU-Bundestagsabgeordneten Claudia Lücking-Michel überreichten.

Anlass war der „Red Hand Day“ am 12. Februar, der Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Dafür hatten die aktuell 30 Studierenden der Hochschulgruppe am 8. Februar in der Poppelsdorfer Mensa mehr als 200 Kommilitonen dazu gebracht, ihre Handumrisse auf das Papier zu malen. Drei Tage später hatte das Juniorteam das am Bottlerplatz gemacht. Insgesamt finden sich auf den zwei Rollen 259 menschliche Hände – und eine Hundepfote.

Die Bonner Hochschulgruppe für Unicef wurde vor 17 Jahren ins Leben gerufen, von jungen Menschen, die sich neben ihrem Studium engagieren wollten. Deshalb wechselt das Personal regelmäßig. Man wolle der Kinderhilfsorganisation der Vereinten Nationen ein Gesicht geben, sagte die Vorsitzende Janna Schriegel. Die Gruppe hält Vortragsreihen und Info-Veranstaltungen ab, organisiert Benefizkonzerte und mehr.

Das Juniorteam entstand letztes Jahr und hat derzeit 26 Mitglieder aus Schulen in Bonn und Umgebung. „Ich wollte mich engagieren und habe es einfach gegoogelt“, sagte Merlind Plarr (16). Viele kamen wie sie über Eigeninitiative zur Gruppe, andere über Mundpropaganda in den Schulen. „Deutschland soll sich dafür einsetzen, dass keine Kindersoldaten mehr eingesetzt werden“, so Schriegel. Das beträfe vor allem die Länder, in denen Kinder in Kriegshandlungen hineingezogen werden – ob mit der Waffe oder als Botenjunge oder Koch, diese Kinder würden darunter ihr Leben lang leiden. Aber auch in Deutschland müsse etwas geschehen, damit Unter-18-Jährige nicht mehr zur Bundeswehr gehen dürfen.