Projekt „Siebengebirgsterrassen“ in Bonn

258 Wohnungen in acht Häusern in Pennenfeld geplant

PENNENFELD. Bis Ende 2019 entsteht auf dem Areal des früheren Streitkräfteamts in Pennenfeld das Projekt „Siebengebirgsterrassen“. Neben Fußbodenheizung, Tiefgarage und Barrierefreiheit gibt es für die künftigen Mieter eine eigene Kindertagesstätte.

Noch braucht es viel Vorstellungskraft, um Anja Martin bei den Ausführungen zum Bauprojekt „Siebengebirgsterrassen“ folgen zu können. Denn noch wandern der Finger der Projektleiterin und die Augen der Reporterin vom Baubüro aus über große und kleine Erdhügel.

Noch haben definitiv die Bagger das Sagen auf dem Areal des früheren Streitkräfteamtes an der Deutschherrenstraße. Dabei plant der Investor, Soka-Bau aus Wiesbaden, Großes. 258 Mietwohnungen sollen in acht Häusern bis Ende 2019 entstehen.

Eigentlich wären die Siebengebirgsterrassen, wie das Areal seit dem Architektenwettbewerb heißt, gar nichts für diese Bauserie. „Normalerweise wären die Wohnungen schon längst fertig“, sagt Martin, die beim Technischen Immobilienmanagement der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes arbeitet.

2011 hatte Soka-Bau das Gelände erworben, dann folgten Klagen der Nachbarn. Am Ende unterlagen sie und müssen sich wohl oder übel mit dem anfreunden, was da vor ihrer Haustür entsteht.

Bau soll im April losgehen

Das Architekturbüro Planquadrat aus Darmstadt war 2012 als Sieger aus dem städtebaulichen und architektonischen Realisierungswettbewerb für die Wohnbebauung hervorgegangen.

Weitgehend verkehrsfrei, energieeffizient und solarorientiert soll das Gebiet gestaltet werden, so die Vorstellung der Architekten. Die Tiefgarage, der die Bagger gerade den Weg bereiten, sieht mit 291 Plätzen mehr vor als vorgeschrieben. „Und oberirdisch haben wir auch noch mal Stellplätze“, sagt Martin. Die Einfahrt erfolgt über die Deutschherrenstraße.

Ab April, so hofft die Wiesbadenerin, geht es mit dem Hausbau los. Jeweils vier Häuser gruppieren sich um einen Innenhof. Die Häuser selbst sind drei- und viergeschossig plus Staffelgeschoss.

Die Wohnungen sind 45 bis 140 Quadratmeter groß, werden 1,5 bis fünf Zimmer haben. Maisonette-Varianten sind genauso vertreten wie Penthouse-Wohnungen. „Alle verfügen über Balkon oder Terrasse, haben bodentiefe Fenster, Fußbodenheizung, und manche Dusche und Badewanne in zwei Räumen“, wirbt Martin für das, was kommt.

Muss sie aber eigentlich gar nicht. Denn Hans Hermanns hat schon vor dem offiziellen Vermarktungsbeginn die ersten Anfragen auf dem Tisch. Für die Soka-Bau leitet er die Wohnungsverwaltung in Köln, in die nach Fertigstellung auch das Pennenfelder Objekt übergeht. Dabei kündigt er an, dass die Wohnungen nicht preiswert sein werden.

Vier Betreiber sollen Interesse bekundet haben

„Wir decken den Mittelstand ab“, sagt er selbstbewusst, aber noch ohne konkrete Angaben. Die 258 Wohnungen werden alle freifinanziert, sind also ohne soziale Bindung; die Ratsmehrheit diskutiert gerade eine 30-Prozent-Quote für künftige Neubauvorhaben. Die Soka-Bau zielt nicht nur auf den Mittelstand, sondern auf Mehr-Generationen-Wohnen ab.

„Wir setzen auf Barrierefreiheit, es gibt überall Aufzüge“, so Projektplanerin Martin. Weiterer Baustein: Es wird eine eigene viergruppige Kindertagesstätte geben. Das Presseamt der Stadt Bonn bestätigte, dass man gerade einen Mietvertrag mit dem Investor aushandele, der dann an einen möglichen Träger übergeht.

Nach GA-Informationen sollen vier Betreiber Interesse bekundet haben. Die Kita wird die Adresse „Deutschherrenstraße“ haben, die Häuser hingegen liegen an den neuen Straßen Marta-Worringer- und Charlotte-von-Stein-Straße.

Die zwei Bauabschnitte sind nicht nur zeitlich, sondern gewissermaßen auch räumlich voneinander getrennt: In der Mitte führt von der Deutschherren- zur Saint-Cloud-Straße ein öffentlicher Fußgänger- und Radweg hindurch. Dieser trägt den Namen von Paula Modersohn-Becker.

Von den üppigen Rodungsarbeiten auf dem Gelände, die viele Anlieger verärgert hatten, sind übrigens zwei Bäume verschont geblieben: Die Flügelnüsse hatte die Verwaltung für schützenswert befunden.

Soka-Bau plant Gewerbeeinheit

Ebenfalls zur Deutschherrenstraße hin plant die Soka-Bau eine kleine Gewerbeeinheit. „Vorstellbar wären zum Beispiel ein Bäcker, ein Kiosk oder ein kleines Café“, so Martin. Angrenzend wohnt der Hausmeister.

„Das halten wir bei all unseren Projekten so, dass der Hausmeister vor Ort lebt und Bürozeiten anbietet“, sagt Hermanns von der Wohnungsverwaltung des Investors. Er wird auch Spielplatz, Bänke und Grünanlagen im Blick behalten, die es jeweils in den Innenhöfen geben soll.

Diese wie alle weiteren Ausführungen des Siegerentwurfs von Planquadrat liegen mittlerweile in der Hand einer Arbeitsgemeinschaft aus den Unternehmen Frauenrath (Heinsberg) und Schumacher (Wolfenbüttel).

Im April soll es laut Martin mit dem ersten Mauerwerk losgehen. Im Spätsommer könnte dann das erste Haus des 70-Millionen-Euro-Projektes erkennbar sein. Und Anfang 2019 sollen die ersten Mieter die „Siebengebirgsterrassen“ beziehen.

Weitere Infos zum Bauprojekt unter www.siebengebirgsterrassen.de