Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst

250 Beschäftigte streikten an Uniklinik in Bonn

Bonn. An Unikliniken in NRW wurde am Dienstagmorgen gestreikt - so auch in Bonn. Etwa 250 Mitarbeiter zogen über das Gelände der Uniklinik und demonstrierten. Auch Schulen wurden bestreikt.

Beschäftigte der Bonner Universitätsklinik und von Schulen sind am Dienstag in einen eintägigen Warnstreik getreten. Grund dafür sind zwei erfolglos verlaufene Tarifverhandlungsrunden für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder. Die Gewerkschaften fordern von den Ländern unter anderem Lohnerhöhungen von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Die Gehälter von Auszubildenden und Praktikanten sollen um 100 Euro steigen.

Bereits um 9 Uhr morgens hatten sich rund 250 Tarifbeschäftigte der Bonner Uniklinik vor dem Zentrum für Integrative Medizin auf dem Venusberg versammelt und machten mit gelben Westen und Trillerpfeifen auf sich aufmerksam. „Wir streiken heute für unsere Kernforderungen“, sagte Arno Appelhoff, Gewerkschaftssekretär von Verdi, bei einer Kundgebung. Zentrales Thema war dabei die Personalproblematik in der Pflege. Die Aussagen aus der Politik, dass Pflegeberufe aufgewertet werden müssten, seien oftmals nur Sonntagsreden, sagte Appelhoff.

Die Frustration war bei vielen Streikenden spürbar. „Unser Eindruck ist, dass die Gewinnmaximierung statt der Patienten im Vordergrund steht“, sagte ein Pflegemitarbeiter der Uniklinik. Er wie auch andere Streikteilnehmer bemängelten, dass unter anderem auf den Intensivstationen teilweise nicht einmal die Mindestbesetzung an Personal erreicht würde. Im Anschluss an die Kundgebung zogen die Beschäftigten über das Gelände der Universitätsklinik und skandierten „Heute ist kein Arbeitstag, heute ist Streiktag“.

Während des gesamten Tages war die Versorgung von Patienten durch eine Notbesetzung sichergestellt. Die Auswirkungen des Streiks betraf vor allem Operationen: Nach Angaben von Gewerkschaftssekretär Appelhoff fielen rund 60 Prozent von ihnen aus.

Zeitgleich versammelten sich rund 75 Lehrer auf dem Münsterplatz. Mit roten Westen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderten sie neben der Lohnerhöhung insbesondere Wertschätzung für ihre Arbeit. Aufgrund der Höchstaltersgrenze zur Verbeamtung sind rund 20 Prozent aller Lehrer Tarifbeschäftigte. Die GEW kündigte weitere Streiks an.