Versuchte Tötung in Bonn?

24-jährige Verdächtige ist wieder auf freiem Fuß

Bonn. Die 24-Jährige, die in der Nacht auf Sonntag einen 19-Jährigen in Bonn bewusst angefahren und lebensgefährlich verletzt haben soll, ist von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Es wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen.

Gegen die 24-jährige Autofahrerin, die am Sonntagmorgen auf dem Bertha-von-Suttner-Platz offenbar bewusst einen 19-Jährigen angefahren hat, wurde am Montag Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen. Er wurde jedoch unter Auflagen außer Vollzug gesetzt, sodass die Frau seit dem Nachmittag wieder auf freiem Fuß ist. Eine Mordkommission der Polizei ermittelt.

Was sich genau in der Nacht abspielte, ist derzeit Teil der Ermittlungen, wie Oberstaatsanwalt Robin Faßbender auf GA-Anfrage erklärt. "Es soll zuvor einen Disput gegeben haben, dessen Einzelheiten noch nicht bekannt sind." Demnach trafen der 19-Jährige und ein Freund sowie die Fahrerin und drei weitere Frauen zwischen 16 und 38 Jahren, die ebenfalls im Auto saßen, bereits vor der mutmaßlichen Tat vor einem Schnellrestaurant am Bertha-von-Suttner-Platz aufeinander. Dort soll es einen Streit gegeben haben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand weise allerdings nichts daraufhin, dass die Beteiligten sich bereits vorher kannten, so Polizeisprecher Robert Scholten.

Als sich die Frau und der Mann gegen 5.40 Uhr dann ein zweites Mal an der Ampel begegneten, die an der Busspur in Fahrtrichtung Kennedybrücke zum Bahnsteig führt, soll die 24-Jährige dann mit ihrem Wagen auf den 19-Jährigen zugesteuert sein und ihn mit ihrem Pkw erfasst haben. Beim Zusammenprall erlitt der junge Mann schwere Kopfverletzungen. Für mehrere Stunden waren die Fahrbahnen in Richtung Beuel für den Verkehr gesperrt, um den Tatort genau zu untersuchen. Lediglich die Bahnen konnten den Bereich passieren.

Das folgende Video ist Teil einer Kooperation von GA und WDR.

 

Offenbar wollte die junge Frau nach dem Unfall flüchten. Wie die Polizei bestätigte, ist sie nicht in unmittelbare Nähe des Unfallortes, sondern weit entfernt am Helmut-Schmidt-Platz am Trajektknoten gestoppt worden. Sie wurde vor Ort festgenommen und saß bis Montag in Untersuchungshaft. Wie Polizeisprecher Robert Scholten am Montagmorgen mitteilte, schwebt das Opfer inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.