Verein fordert Erhalt des Kulturzentrums

220 Teilnehmer bei Demonstration in Bonner Innenstadt

Bonn. Am Samstag hat der Trägerverein "Rhizom and friends" des Bonner Kulturzentrums dafür demonstriert, Kultur allen zugänglich zu machen. Die Polizei hatte mit 500 Teilnehmerngerechnet, gekommen waren nur 220.

Unter dem Motto "Bonn für alle" demonstrierte der Kulturverein "Rhizom and friends" am Samstag auf dem Kaiserplatz für eine Änderung der städtischen Kulturpolitik. Kultur sei in Bonn ähnlich wie das Wohnungsangebot stark vom Geldbeutel des Einzelnen abhängig, so der Verein in seiner Ankündigung der Veranstaltung. "Kino-, Schwimmbad- oder Theaterbesuche werden so zum Privileg der Reichen", so der Verein.

Das sei aber kein Randphänomen, viele Bonner seien mit der aktuellen Situation unzufrieden. Der Trägerverein des neuen Kulturzentrums in der ehemaligen Volkshochschule will außerdem darauf aufmerksam machen, dass als Folge der steigenden Mieten immer mehr Menschen in die Randgebiete der Stadt getrieben werden. Dadurch seien immer mehr Kulturbetriebe in ihrer Existenz bedroht. Auch für den Leerstand vieler Örtlichkeiten macht der Verein die städtische Politik verantwortlich.

Zusätzlich zur allgemeinen kulturellen Situation fordert "Rhizom and friends" einen langfristigen Erhalt des Kulturzentrums in der alten Volkshochschule, die der Verein derzeit im Rahmen seines zehnjährigen Bestehens übergangsweise nutzt. Es sei unklar, wie lange die Räumlichkeiten in der aktuellen Art und Weise genutzt werden könnten.

Die Bonner Polizei hatte mit etwa 500 Demonstranten gerechnet, gekommen waren dann aber nur 220. Auf folgendem Weg zogen die Teilnehmer durch die Stadt: Am Neutor - Martinsplatz - Münsterplatz - Vivatsgasse - Friedenplatz - Friedrichstraße - Bonngasse - Marktplatz (Zwischenkundgebung) - Rathausgasse - Belderberg - Bertha-von-Suttner-Platz - Kölnstraße. Die Veranstaltung endete mit einer Abschlusskundgebung auf der Kasernenstraße.