Zukunft geklärt

160 neue Wohnungen auf Poliklinik-Areal fürs Pflegepersonal

Das Gebäude der ehemaligen Poliklinik in der Wilhelmstraße.

Das Gebäude der ehemaligen Poliklinik in der Wilhelmstraße.

Bonn. Die Zukunft des ehemaligen Poliklinik-Areals an der Wilhelmstraße ist geklärt: Der Bonner Planungsausschuss hat jetzt beschlossen, dass die Stadt Bonn über die eigene Wohnungsbaugesellschaft Vebowag rund 160 geförderte Wohnungen für das Pflegepersonal bauen soll.

. Zwischenzeitlich hatte es schlecht gestanden um den Bau neuer Wohnungen auf dem Gelände der Poliklinik zwischen Wilhelmstraße und Annagraben. Wie berichtet, hatte die Universität Eigenbedarf angemeldet. Viele Anwohner beunruhigte hingegen etwas anderes: die Pläne, zwei Drogenambulanzen auf dem Areal zusammenzulegen.

Inzwischen gestaltet sich die Gemengelage übersichtlicher, wie sich im Planungsausschuss zeigte: Nach aktuellem Stand soll die Stadt Bonn über die eigene Wohnungsbaugesellschaft Vebowag rund 160 geförderte Wohnungen bauen, die für das Pflegepersonal reserviert bleiben. Im Gegenzug verzichtet die Uniklinik auf ihr Erstzugriffsrecht und ist zugleich bereit, die Diamorphin-Ambulanz für Drogensüchtige für die Stadt im Haus Annagraben weiter zu betreiben.

Aus Sicht von Bert Moll (CDU) liegt damit eine Lösung vor, die nach einem langen Vorlauf alle Interessen berücksichtige, wenngleich ein Kompromiss nicht allen Bedürfnissen gänzlich Rechnung tragen könne. Die Ansiedlung der einen Drogenambulanz sei aus Sicht seiner Fraktion vertretbar. Für die SPD-Fraktion unterstützte Angelika Esch die Schaffung von Sozialwohnungen, denn: Gerade in diesem Stadtviertel sei die Nachfrage entsprechend hoch, etwa seitens Verkäuferinnen, Sprechstundenhilfen oder Pflegepersonal, die in der Umgebung arbeiteten.

Keine Zustimmung fand das Vorhaben weiterhin beim Bürger Bund Bonn: Die Vorlage entspreche „nicht dem Bürgerwillen“, erklärte dessen Ratsherr Marcel Schmitt, denn von einer „vernünftigen Durchmisschung“ könne bei einer Sozialwohnungsquote von 100 Prozent nicht die Rede sein. Er präferiere weiterhin den Umzug beider Drogenambulanzen auf das Gelände der LVR-Klink am Kaiser-Karl-Ring. Wie Ausschussvorsitzender Rolf Beu (Grüne) jedoch erklärte, sei die LVR-Klinik nicht bereit gewesen, beide Ambulanzen auf ihrem Areal anzusiedeln.