Tag der offenen Tür

14.000 Besucher in der Villa Hammerschmidt

Bonn. Lange Schlangen am Sonntag in der Villa Hammerschmidt. Der Bundespräsident lädt zum Tag der offenen Tür. 14.000 Besucher nutzen die Chance.

Wer am Sonntag zum Tag der offenen Tür in die Villa Hammerschmidt wollte, musste vor allem Geduld mitbringen. Lange Schlangen bildeten sich nicht nur vor den Eingängen. Auch im Park vor der Villa und vor dem in direkter Nachbarschaft gelegenen ehemaligen Kanzlerbungalow war eine Stunde Wartezeit keine Ausnahme. Rund 14.000 Besucher hatten bis zum Abend die Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angenommen, seinen Bonner Amtssitz und das frühere Bundeskanzleramt, das heute Sitz des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) ist, zu besichtigen

„Sich einmal wie eine Kaiserin zu fühlen, dafür nehme ich das gerne in Kauf“, sagt die aus Österreich stammende Veronika Kerschbaum, die mit Freunden vor der Villa Hammerschmidt wartet. Dort verkürzt Ernst Porschen den Besuchern die Zeit mit Geschichten und Anekdoten über die Villa, die seit 1950 Dienstsitz des Bundespräsidenten ist. „Formal handelt es sich um den Zweiten Amtssitz, aber wir nennen ihn lieber den Bonner Amtssitz“, erklärt der städtische Gästeführer und schmunzelt.

Kurz nach 12 Uhr: Der Bundespräsident und seine Frau Elke Büdenbender treten vor die Tür. Hunderte von Handys fliegen hoch, um diesen Moment auch ja festzuhalten. Steinmeier ist bürgernah, Er nimmt regelrecht ein Bad in der Menge, als er zur Bühne geht, wo er gleich die Gäste begrüßen wird. Seine Bodyguards kommen ganz schön ins Schwitzen. Immer wieder bleiben der Gastgeber und seine Frau stehen und lassen sich mit den Besuchern fotografieren

Veranstaltung der Bonner Wissenschaftsregion gewidmet

Auf der Bühne lobt Steinmeier Bonn in den höchsten Tönen. Er erinnert daran, dass in der Bundesstadt die Wiege der Bundesrepublik stand und dass Deutschland mit Bonn als Hauptstadt „goldene Zeiten“ erlebt habe. Steinmeier schlägt nachdenkliche Töne an, als er von den aktuellen Problemen in der Welt, in Europa, aber auch in der Innenpolitik spricht. „Ich gebe zu, wir machen es uns zurzeit auch nicht einfach.“

Dann geht es zu den Ständen. Anlässlich 200 Jahren Universität ist die Veranstaltung der Bonner Wissenschaftsregion gewidmet. Neben der Uni und Fachhochschule Bonn/Rhein-Sieg bieten die UN, das Museum König und viele andere Einrichtungen Aktionen zum Mitmachen. Man erfährt Interessantes über Nahrungsmittel der Zukunft oder umweltfreundliche Mobilität. An einem Stand gibt es Gastgeschenke der bisherigen Bundespräsidenten zu bewundern, wie Bilder, Statuen und Landestrachten aus aller Welt. „Jeder Bundespräsident erhält in seiner Amtszeit rund 1000 Gastgeschenke“, sagt ein Mitarbeiter.

Steinmeiers Weg führt zum Stand der Stadt, wo OB Ashok Sridharan auf ihn wartet. Als Schirmherr des Beethovenjubiläums 2020 füllt der Bundespräsident natürlich auch eine Karte zur neuen Stadtkampagne aus: „Bonn ist Beethoven, weil...in Bonn die Götter funken“. Uni-Rektor Michael Hoch und Hartmut Ihne, Rektor der Fachhochschule Bonn/Rhein-Sieg, freuen sich ebenfalls über ein persönliches Gespräch mit Steinmeier. Als Elke Büdenbender beim Fotoshooting Clemens (6) mit aufs Bild nehmen will, winkt der Junge ab. Er hat nur Augen für den Roboter, den Hoch vorführt.

Auf den Bühnen gibt es nicht nur viel Musik, darunter auch von Querbeat, die zum Abschluss den Gästen tüchtig einheizen. Der Kabarettist und Arzt Eckart von Hirschhausen sorgt mit Büdenbender für eine heitere Lesestunde und bei der Fragerunde mit dem Bundespräsidenten kommen vor allem die Kinder zu Wort: „Wie finden Sie den Trump?“, fragt der kleine Felix. „Amerika ist mehr als nur der Präsident“, antwortet Steinmeier diplomatisch. „Amerika ist für uns nach wie vor wichtig.“

Weitere Informationen und das komplette Programm zum Download auf www.bonn.de/@offene-tuer