Bauprojekt im Bonner Norden

132 neue Wohnungen auf einen Schlag

So sollen die "Bonner Sieben" aussehen, zeigen (von links) Architekt Wilfried Pilhatsch, Norbert Weber, Rolf Ludwig Becker und Wolfgang Maiwaldt: Es handelt sich um sieben Mehrfamilienhäuser, auf der Illustration ist links die Josefshöhe zu sehen. Repro: GA

AUERBERG. An der Josefshöhe entstehen sieben Gebäude für 300 Menschen. Maiwaldt fordert Stopp für Sozialbauten in Auerberg.

In Zeiten, in denen es in Bonn einem Sechser im Lotto gleicht, eine neue und dazu noch schöne Wohnung zu bekommen, ist diese Ankündigung ein echtes Pfund: Die RheinHaus GmbH will an der Josefshöhe in Auerberg auf einen Schlag 132 neue Mietwohnungen bauen, die - man höre und staune - trotz freier Finanzierung bezahlbar sein sollen.

Die neue Wohnanlage zwischen der Straße An der Rheindorfer Burg und dem Funkmast, der ein Stück bergauf steht, soll sieben Gebäude umfassen, "die in scheinbar zufälliger Würfelung" platziert seien, erklärte Architekt Wilfried Pilhatsch gestern in einer Pressekonferenz. Dadurch entstünden spannungsvolle Außen- und Zwischenräume, ganz anders als bei einer schachbrettartigen Anordnung der Gebäude. Unterstützt werde dieser Eindruck dadurch, dass alle Gebäude abgerundete Ecken haben, was filigraner wirke.

"Bonner Sieben" nennen er und Bauherr Norbert Weber, der als Geschäftsführer der RheinHaus-GmbH das Grundstück schon vor 30 Jahren gekauft hatte, das Projekt. Die künftigen Mieter sollten sich auf Netto-Kaltmieten von neun bis zehn Euro pro Quadratmeter einstellen, was gehobenem Bonner Mietniveau entspricht. Hinzu kämen Nebenkosten von zwei Euro pro Quadratmeter.

Für die Wohnungen (48 bis 120 Quadratmeter) gebe es drei Zielgruppen: Die 53 Zweizimmer-Wohnungen seien für die Generation über 50 konzipiert, die 47 Vier-Zimmer-Wohnungen für Familien und die 32 Zweizimmer-Wohnungen für Paare ohne Kinder, erklärte Weber.

Allerdings wird der Bauherr die Mietwohnungen nicht in seinem Bestand behalten, sondern sie an Kapitalanleger verkaufen. Spätestens im August sollen die ersten Bagger anrollen, Weber rechnet mit einer Bauzeit von 18 Monaten. Das Projekt erfordert eine Gesamtinvestition von 30 Millionen Euro, weshalb Immobilienmakler Rolf Ludwig Becker sagt: "Das ist Bonns größtes Wohnungsbauprojekt."

Für das Grundstück waren in der Vergangenheit schon andere Planungen vorgesehen, unter anderem wollte Aldi dort eine Filiale bauen. Das lehnte die Stadt seinerzeit aber ab, weil es von der Josefshöhe keine Linksabbiegemöglichkeit auf das Grundstück gebe (von der Kölnstraße kommend). Für den örtlichen CDU-Ratsherrn Wolfgang Maiwaldt, der zu der Pressekonferenz eingeladen hatte, ist das Bauvorhaben ein wichtiges Projekt für Auerberg und passe hervorragend in die Landschaft.

Vor allem der Umstand, dass es frei finanzierter Wohnungsbau ist, sorgte bei ihm für Lob. Denn sozialer Wohnungsbau darf seiner Meinung nach für Auerberg nicht mehr zugelassen werden. "Man sollte nicht pauschal eine Anzahl von Sozialwohnungen in jeden Bebauungsplan schreiben, sondern sich die realen Verhältnisse vor Ort betrachten." Und da sei Auerberg mit geförderten Wohnungen stark vertreten.

Das Neubauprojekt im Detail:

Auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Josefshöhe entstehen ab August 2013 sieben freistehende Mehrfamilienhäuser als sogenannte Stadtvillen. Die Gebäude werden jeweils viergeschossig plus ein Staffelgeschoss. Laut RheinHaus-GmbH liegt die Baugenehmigung der Stadt seit einer Woche vor, und die Planung entspricht den Vorgaben des Bebauungsplanes. In zwei Tiefgaragen mit insgesamt 106 Plätzen werden die Autos der Mieter untergebracht. Vor und zwischen den sieben neuen Gebäude soll es nur 21 oberirdische Parkplätze geben.