Bonner Gospelchor

„Wave of Joy“ feiert 20-jähriges Bestehen

Der Gospelchor „Wave of Joy“ bei einem Konzert in der Sebastiankirche in Poppelsdorf: Angelika Rehaag leitet ihn seit seinen Anfängen.

Der Gospelchor „Wave of Joy“ bei einem Konzert in der Sebastiankirche in Poppelsdorf: Angelika Rehaag leitet ihn seit seinen Anfängen.

Bonn. Seit zwei Jahrzehnten gibt es in Bonn Gospel. Dafür ist vor allem der Chor "Wave of Joy" verantwortlich, der denn auch sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Frauen und Männer in bunten Roben singen laut und mit viel Gefühl, tanzen und klatschen zur Musik – das ist Gospel. Die afroamerikanische Stilrichtung, die die meisten wohl eher aus dem Fernsehen kennen, ist auch in Bonn seit 20 Jahren präsent. Der Gospelchor „Wave of Joy“ feierte jetzt sein Jubiläum mit einem Gottesdienst in der Kirche Sankt Sebastian in Poppelsdorf. „Wir alle sind danach tagelang nur so geschwebt. Es herrschte eine besondere Dynamik“, sagt Chormitglied Anette Viebahn.

Zu dieser Dynamik trugen neben den Geburtstagsständchen befreundeter Chöre die Worte des Kölner Weihbischofs Ansgar Puff bei. Puff stimmte während seiner Predigt selbst Gospelsongs an, die das Publikum begeistert mitsang. „Ein Beweis dafür, dass Gospel in der katholischen Kirche angekommen ist“, sagt Gründungsmitglied Volker Schade.

Seit seinen Anfängen auf dem Brüser Berg leitet Angelika Rehaag aus Krefeld den Chor. Dabei war die Dirigentin nicht sofort vom Gospel überzeugt: „Nach 'Sister Act' wollten alle außer mir Gospel singen. Aber seit einem Gospel-Festival in Stockholm bin ich von der Kraft dieser Musik begeistert.“ Heute leitet Rehaag sechs Gospelchöre in Krefeld, Düsseldorf, Köln, Meerbusch und Bonn. Zu „Wave of Joy“ kam sie durch ein ehemaliges Mitglied ihres Chors in Krefeld, das in Bonn vergebens einen Gospelchor gesucht und dann beschlossen hatte, selbst einen zu gründen.

„Je mehr Stimmen, desto besser“

Mittlerweile besteht der Chor aus 100 aktiven Mitgliedern aller Altersklassen. „Je mehr Stimmen, desto besser“, sagt Rehaag. „Und Laien trauen sich in einer großen Gruppe auch mehr zu.“ Jeden Mittwoch treffen sich die Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Gemeinden und unterschiedlichen Glaubensrichtungen zur Probe. „Auch wenn Gospel übersetzt Evangelium heißt, sind wir kein Kirchenchor. Gospel ist sehr frei“, sagt Volker Schade. So singt der Chor ohne Texte und Noten Gospelsongs von „spiritual“ bis „party“. Die Stimme wird dagegen bei drei Stunden Probe die Woche umso mehr gefordert. Und auf Konzertreisen in den USA lernen die Mitglieder die Ursprünge der Black Gospel Music kennen.

„Am Gospel gefällt mir die besondere Art des Singens mit viel Bewegung und vor allem die Gemeinschaft. Der Chor ist wie eine Familie“, sagt Volker Schade. Und warum man die Probe nach dreistündiger Anstrengung für Stimme und Körper trotzdem beschwingt verlässt, beschreibt Angelika Rehaag so: „Gospel ist Energie pur. So viel wie man hineinsteckt, bekommt man am Ende auch zurück.“

Zum nächsten Konzert lädt der Chor am Freitag, 22. April, in die St.- Anna-Kirche in Sankt Augustin-Hangelar ein. Den Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildet aber das Konzert mit Grammy-Gewinner Edwin Hawkins und seinem Chor am Samstag, 24. September.