Krimitour für Hundebesitzer

„Soko Wuff“ in Bonn auf Spurensuche

Die „Soko Wuff“ bei einer kleinen Verschnaufpause: Julia Eicker (3. von links) hat die Krimitour für Hunde geplant.

Die „Soko Wuff“ bei einer kleinen Verschnaufpause: Julia Eicker (3. von links) hat die Krimitour für Hunde geplant.

Bonn/Troisdorf. Sechs Hunde und ihre Halter lösen als "Soko Wuff" an der Sieg einen fiktiven Vermisstenfall. Bonner Hundetrainerin organisiert Eventspaziergang für Hundebesitzer. Als Fährte dient Leberwurst.

Eine Frau wird an der Sieg vermisst, und die „Hunde-Soko Wuff“ übernimmt den Fall. War es Mord oder Entführung oder vielleicht nur eine arglistige Täuschung? War es eine Beziehungstat? Was könnte das Motiv gewesen sein? Wer kommt als Täter in Betracht?

Fragen über Fragen stellten sich am Sonntagvormittag sechs Hunden und deren Führern, die sich in Bergheim (Sieg) unter der Straßenbrücke der Niederkasseler Straße in der Nähe der Siegfähre trafen. Der fiktive Fall: Ute, eine Kellnerin im nahe gelegenen Ausflugslokal „Zur Siegfähre‘, war nicht zum Dienst erschienen und wurde nicht nur vom Koch vermisst. Da war es nur allzu hilfreich, dass sechs Schnuppernasen sich gerade auf den Weg gemacht hatten und noch auf dem Parkplatz entdeckten, dass aus einem Auto ein großer Stofffetzen hing, den man gierig und ausführlich beschnuppern musste.

Julia Eicker, die Leiterin der „Bonner Hundeschule“, die diesen spannenden Hundevormittag organisiert hatte, griff sogleich zum Telefon, um den Halter des Wagens feststellen zu lassen. Es handelte sich tatsächlich um den Wagen der vermissten Ute. Noch auf dem Parkplatz fanden zuerst die Schnüffelnasen und danach auch ihre zweibeinigen Begleiter Blut- und Schleifspuren. Erste konkrete Hinweise am Häuschen des Fährmanns brachten die qualmenden Köpfe der zweibeinigen Soko-Mitglieder nicht weiter, sondern verwirrten sie höchstens noch mehr.

Viel Liebe zum Detail und kleine Spielchen zwischendurch

Nicht schlecht werden die Besucher auf der Terrasse der „Siegfähre“ gestaunt haben, als der Konvoi von sechs Suchhunden und den Begleitern an ihnen vorüberzog. Und auch andere Ausflügler in dem Gebiet dürften sich gefragt haben, was denn da los ist. Sogar ein Hubschrauber kreiste über dem Suchkonvoi im Naturschutzgebiet. „Rein zufällig“, schmunzelte Eicker.

Zahlreiche weitere Indizien konnten sowohl die Vier- als auch die Zweibeiner auf dem Weg zur Siegmündung finden: Mal war es ein Brief, mal etwas, was das Tatwerkzeug hätte sein können, mal ein versteckter Hinweis, mal ein paar Kleidungsstücke, teils alt und vergammelt. Und ganz viel Leberwurst! Denn da eine leibhaftige Ute hier nie hergegangen war, musste die findige Trainerin ihren Weg mit der Lieblingswurst aller Hunde markieren. Dass der Fall zum guten Schluss von der Soko gelöst wurde, versteht sich von selbst.

Viel Liebe zum Detail und kleine Spielchen zwischendurch für Hund und Halter hatte sich Eicker ausgedacht. „Mir hat es wahnsinnig viel Spaß gemacht“, sagt ein Hundehalter zum Schluss. Er hat fünf Hunde und will beim nächsten Mal mit einem seiner Tiere wieder dabei sein. Auch das Frauchen von Sally will wiederkommen, wenn der nächste Fall für die „Soko Wuff“ ansteht. Passend zum Event gab es zum guten Schluss „Bluttörtchen“ für alle. Doch der Kuchen, verriet die Kuchenbäckerin, war lediglich mit Lebensmittelfarbe getränkt.