Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Tannenbusch

„Die Schüler sind unsere Arbeitgeber“

Die Bertolt-Brecht-Gesamtschule stellt ihr Erasmus-Projekt vor. Blumen gibt es für die neue Schulleiterin Gabriele Ruhnke (3. von rechts).

Die Bertolt-Brecht-Gesamtschule stellt ihr Erasmus-Projekt vor. Blumen gibt es für die neue Schulleiterin Gabriele Ruhnke (3. von rechts).

TANNENBUSCH. Margarete Ruhnke, die neue Leiterin der Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Tannenbusch, will ein offenes Ohr für jeden haben

Die neue ist eigentlich eine „alte Bekannte“: Bereits seit 1999 unterrichtet die gebürtige Kölnerin Margarete Ruhnke Englisch und Katholische Religion an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Tannenbusch. 2010 wurde sie stellvertretende Schulleiterin, Anfang des Monats hat Margarete Ruhnke das Amt des Schulleiters von Reinhold Pfeifer übernommen.

„Komplett umkrempeln werde ich nichts“, erzählt Margarete Ruhnke und ergänzt. „Ich werde mich ganz besonders dem Thema Inklusion widmen. Denn das gemeinsame Lernen liegt mir am Herzen.“ Doch dabei meint sie nicht allein die Integration von Schülern mit sozialpädagogischem Förderbedarf in Regelklassen. „Inklusion bedeutet für mich weitaus mehr“, ergänzt die neue Schulleiterin. Dazu zähle beispielsweise, dass sich alle an der Schule angenommen und willkommen fühlen. „Teilhabe, eine Willkommenskultur, die nicht aussortiert, und ein respektvoller Umgang untereinander gehören für mich zum Inklusionsgedanken dazu“, so die Pädagogin.

Dafür sei auch eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Lehrern mit Eltern und Schülern notwendig. „Gerade der Kontakt zu den Schülern ist mir wichtig. Jeder kann an meine Tür klopfen. Denn auch wir Lehrer können von Schülern lernen und erhalten im Gespräch mit ihnen neue Perspektiven. Für mich sind Schüler die Arbeitgeber von uns Lehrern.“ Schließlich habe jedes Kind eine besondere Begabung, die es in der Gemeinschaft einbringen kann und soll. Zudem will Margarete Ruhnke den guten Stand, den die Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Bonn hat, festigen und ausbauen.

Privataufführung für die Neue

So ganz zum Thema Inklusion passt auch das Musical-Schauspiel, das die Klasse 8 seit Monaten einstudiert. Dabei handelt es sich um ein europäisches inklusives Kooperationsprojekt mit einer Schule im österreichischen Guntramsdorf. Gefördert wird die gemeinsame Arbeit durch das Programm „Eramus+“ der Europäischen Union. „Soundcheck – vielfältige Töne an unseren Schulen“ lautet der Titel des Stücks, das die 14-Jährigen unter der Federführung von Klaus Köther und Birgit Müller-Althoff sowie der Unterstützung des Musikers Carsten Rode auf die Bühne bringen. In dem Schauspiel werden die alltäglichen Probleme eines pubertierenden Teenagers beschrieben, der zudem hörbehindert ist.

Nachdem sich die Schüler aus Bonn und dem Wiener Vorort bereits getroffen und gemeinsam geprobt haben, werden sie ihr gemeinsames Theater- und Musikstück im April in Guntramsdorf aufführen. Im Juni werden die österreichischen Gäste dann nach Deutschland kommen, damit die 14-Jährigen im Tannenbusch zusammen ihr Bühnenwerk präsentieren. Dass die Band bereits die richtigen Töne trifft, davon überzeugte sich Margarete Ruhnke persönlich. Denn sie bekam am Dienstag eine erste kleine Privataufführung.