Junge Leute wollen Klimabeitrag leisten

„Conference of Youth“ in Beuel

Miteinander für die Zukunft: Viele junge Menschen aus aller Welt nehmen an der Jugendklimakonferenz in der Integrierten Gesamtschule Bonn teil, die Anna Bäuerle und Julius Schlumberger (vorne Mitte) koordinieren.

Miteinander für die Zukunft: Viele junge Menschen aus aller Welt nehmen an der Jugendklimakonferenz in der Integrierten Gesamtschule Bonn teil, die Anna Bäuerle und Julius Schlumberger (vorne Mitte) koordinieren.

Beuel. 1000 Menschen aus 144 Ländern beteiligen sich an der „Conference of Youth“ in Beuel. Bis Samstag diskutieren sie Lösungen und Folgen des Klimawandels.

„Was wollen wir?“, fragten Anna Bäuerle und Julius Schlumberger die jungen Leute in der Aula der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel. Die gaben lautstark die Antwort: „Klimagerechtigkeit!“ Um die geht es den Teilnehmern der 13. Conference of Youth (COY) im Vorfeld zur großen Veranstaltung in den Rheinauen. Am Donnerstag ging es los, bis Samstag diskutieren die rund 1000 jungen Menschen aus 114 Ländern Lösungen für die Ursachen und Folgen des Klimawandels.

Auch Cherno Ebrima Jallow ist bei der Jugendklimakonferenz. Der 22-Jährige engagiert sich in seinem Heimatland Gambia als Gesundheits- und Umweltaktivist. „Ich bin hier, um meinen Beitrag zu leisten“, erklärte er. In Gambia habe man mit einem Rückgang der Artenvielfalt und mit Luftverschmutzung zu kämpfen, außerdem mit Krankheiten. Das seien allerdings weniger Folgen des Klimawandels als der aggressiven Industrie und der Abfallproblematik in seinem Land. „Die Menschen werfen viele Plastiktüten in den Ozean.“

Engagement im Heimatland

Aus Potsdam waren Lena, Leonie, Pia und Helena angereist, alle 17 Jahre alt und Schüler der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule. „Man liest ja viel über Projekte und Zahlen zum Klimawandel“, sagte Pia. „Aber hier kann man herausfinden, was man selber machen kann.“ Und sich mit Menschen aus anderen Ländern austauschen, in denen der Klimawandel Spuren hinterlässt, so Helena. „Wir in Deutschland spüren ja nicht wirklich etwas davon“, meinte Leonie.

Auf der Eröffnungsveranstaltung sprachen neben den Gesamtkoordinatoren Bäuerle und Schlumberger Aktivisten aus aller Welt, bevor es in die einzelnen Seminare ging. Organisiert wird das Jugendevent von der Klimadelegation des Jugendbündnis Zukunftsenergie (JBZE), dem Project Survival Pacific und rund 120 ehrenamtlichen Jugendlichen. Es steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Ashok Sridharan.

 

Ein Themenschwerpunkt sind laut Pressesprecherin Jana Stingl Inselstaaten wie Fidschi, die unter der Erderwärmung leiden. Sie erhoffe sich, „dass alles, was vor zwei Jahren mit dem Pariser Abkommen auf den Weg gebracht wurde, hier einen Schritt weitergebracht wird“. Das hofft auch Philip McMaster, der als „Sustaina Clause“ bei der Konferenz mitwirkte. Veränderungen könnten nicht von Regierungen oder Wirtschaft, sondern nur von der Gesellschaft ausgehen, ist er überzeugt. „Wenn wir unsere eigene Agenda machen, wird die Wirtschaft mitziehen und die Regierungen sind happy.“