Köln und Bonn

Stadtspitzen prüfen Opern-Fusion

BONN.  In einer möglichen Fusion der Opernhäuser der Städte Bonn und Köln sieht Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimtsch ein erhebliches Sparpotenzial für die Stadt.
Bild 1 von 2
'Langfristige Sicherung': Jürgen Nimptsch (links)...
											Foto: Barbara Frommann

'Langfristige Sicherung': Jürgen Nimptsch (links)... Foto: Barbara Frommann

Wie aus einer Pressemitteilung der Stadt Köln zu erfahren war, hat er jetzt gemeinsam mit seinem Kölner Kollegen Jürgen Roters den ehemaligen langjährigen Kölner Opernintendanten Michael Hampe, Kölns Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort und den Operndirektor der Deutschen Oper am Rhein, Stephen Harrison, beauftragt, "Überlegungen anzustellen", wie eine Fusion der Opern Köln und Bonn aussehen könnte und "welche künstlerischen und finanziellen Auswirkungen damit verbunden sein könnten".

Dass Nimptsch das Fehlen einer Bonner Stimme in der Runde akzeptiert, könnte möglicherweise mit der geringen Akzeptanz im Rat und in der Verwaltung für eine mögliche Fusion zu tun haben. Die schwarz-grüne Ratsmehrheit wertet Nimptsch Vorgehen als weiteren Alleingang.

"Nach meiner Kenntnis ist da niemand eingebunden gewesen", sagt Tom Schmidt, Geschäftsführer der Grünen-Ratsfraktion. Schmidt erinnerte daran, dass Nimptsch erst im Juni vergangenen Jahres in einem einstimmig gefassten Ratsbeschluss aufgefordert wurde, seine "Alleingänge" in Sachen Opernfusion nicht mehr mit seinem Amt zu verknüpfen.

Markus Schuck, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion kritisierte am Mittwoch, dass Hampe, Langevoort und Harrison eher Persönlichkeiten aus der künstlerischen Ecke seien, die "nicht das Profil ausgewiesener Finanzexperten haben". Dass Nimptsch die Geschicke der Bonner Oper diesen Experten anvertraue sei "eine klare Absage an Bonner Interessen", sagte Schuck. Zudem wertete Schuck Nimptschs Vorgehen als "einen Affront gegen den neuen Intendanten Bernhard Helmich".

Nimptsch selbst äußerte sich am Mittwoch in einer Mitteilung. Darin hieß es: "Meinem Kollegen Jürgen Roters und mir liegt angesichts der städtischen Finanzlage viel an der langfristigen Sicherung der Qualität unseres Kulturlebens; dazu gehören auch hochklassige Opernaufführungen.

Angesichts der dramatischen Situation unserer Haushalte sind wir gehalten, alle Möglichkeiten zu überprüfen, wie dieses Ziel weiterhin erreicht werden kann und gleichzeitig Kostenreduzierungen entstehen. Ein Weg könnte darin bestehen, Synergieeffekte durch die Fusion der beiden Opern zu erzielen." Man wolle nun erst die Ergebnisse der Experten abwarten. "Danach wollen wir entscheiden, ob wir dem Gedanken einer Fusion näher treten, so sie sich als sinnvoll und machbar erweist."

Kämen die OBs dann zu dem Schluss, dass eine Fusion für beide Partner sinnvoll wäre, würden sie wohl zumindest in Bonn auf erheblichen politischen Widerstand stoßen. Bereits heute wollen die Koalitionspartner CDU und Grüne einige Fragen von Nimptsch beantwortet haben.

Die Fragen haben Tom Schmidt und sein CDU-Kollege Georg Fenninger dem OB bereits vorgelegt. Unter anderem fordern sie Aufklärung darüber, wer in den Vorgang eingebunden war. Insbesondere fragen sie nach dem Kulturdezernenten und dem künftigen Bonner Generalintendanten Bernhard Helmich. Ferner wollen sie wissen, ob die Einsetzung der drei Experten die Stadt Geld kostet.

Nimptsch umwirbt die Kölner Oper bereits seit gut zwei Jahren. Doch bislang lehnten sowohl Kölns damaliger Opernintendant Uwe Eric Laufenberg als auch Kulturdezernent Georg Quander seine Avancen strikt ab. Nach Laufenbergs Kündigung und Quanders bevorstehendem Abschied im April 2013 hat sich die Situation freilich geändert.

Abo-Bestellung
News, Informationen und Service aus der Bundestadt Bonn

Leserfavoriten

Folgen Sie uns auf Google+