Jörg Knör im Haus der Springmaus

Griechengrill ohne Kohle

BONN.  Es ist ein uralter Traum der Menschen, allenfalls noch überboten vom Wunsch, fliegen zu können: der Traum, in versunkene Welten hineinzutauchen, in vergangene Zeiten zu wandern. Ein Abend mit Jörg Knör ist eine solche Zeitreise.

Zwar nicht ins alte Rom oder ins viktorianische London, aber immerhin in den bundesrepublikanischen Humor der Achtziger und frühen Neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Im Haus der Springmaus präsentiert Knör seinen parodistischen Jahresrückblick "Das war's mit Stars 2012". Das Theater ist bis unters Dach voll besetzt, das Publikum kregel. Knör operiert zwischen Stimmenparodien, schnell gezeichneten Karikaturen, Saxofon, Blockflöte, Liedern und mit einem fast musealen Humorverständnis.

Das aber bestens funktioniert. Da werden Heinz Erhardt und Inge Meysel zwischen Schwulenwitzen und einer Karel-Gott-Nummer arrangiert, die vom Kalender der Maja oder eher Maya handelt. Ein Lichtblick ist zum Beispiel die Einlage als Professor Helge Schneider, der singend den Hype um Facebook erklärt: "Fratzebuch".

Aber dann wird Knör, der auch sein goldenes Bambi aus erfolgreicheren Zeiten mit auf die Bühne gebracht hat, wieder volkstümlich. Sirtaki und kollektives Klatschen: "Sag' mal, was costas, Cordalis, müssen noch mal zehn Milliarden auf's Gyroskonto?" Denn ein griechischer Grill brutzelt schließlich "ohne Kohle". Heppa.

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