Magier Alexander Merk im Pantheon Casino

Ein Gentleman-Illusionist alter Schule

Bonn.  Der schmächtige junge Mann in dem tadellos sitzenden grauen Anzug und mit der perfekt gebundenen Krawatte ist ein Gentleman-Illusionist alter Schule, mit einem ausgeprägten Faible für Poesie. Insofern irritiert der stark lärmige, grelle Auftakt mit Las-Vegas-Tamtam doch recht beträchtlich.

Das Publikum im Pantheon Casino wird instruiert, wann es aufzuspringen und zu toben hat, eine Zuschauerin in der ersten Reihe wird genötigt, die Arme auszubreiten und lauthals zu deklamieren: "Ich will ein Kind von dir!" Alexander Merk wäre gut beraten, auf diese lächerliche Marktschreierei zu verzichten.

Denn das folgende Programm passt so gar nicht dazu. Es trägt den Titel "Zwischen Traum und Phantasie" und ist ein veritabler Hochgenuss auf dem schillernden Feld der Zauberkunst.

Über die Bühne weht ein angenehm nostalgischer Hauch, während sich aus den Lautsprechern vorzüglich plüschige Vaudeville-Musik kräuselt. Kartenspiele, eine Glaskugel oder vielmehr "versteinerte Seifenblase", Gedankenlesen.

Alexander Merk zaubert den Ehering einer Zuschauerin in eine abgeschlossene Kommodenschublade, in das kleinste von sieben Kästchen, die ineinander gepackt und mit Gummibändern umspannt sind. Er dreht mit einem Teddybär, einer brennenden Kerze und einem Wecker das Rad der Zeit zurück. Eine wirklich beneidenswerte Fähigkeit.

Und dann gelingt Merk noch ein ausgesucht originell choreographiertes Kunststück. Er lässt einen Unsichtbaren . . . verschwinden.

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