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Premiere Pink Punk Pantheon
Befreit die Pützchen Riots!
Von Ulrike Strauch
Bonn. Wenn Sie das hier lesen, hat in der Zeitrechnung der Maya ein neuer Zyklus begonnen - mehr nicht! Die Weltuntergangspropheten lagen zum Glück (mal wieder) gründlich daneben. Also feiern wir: Weihnachten, die Session oder beides.
Pink Punk Pantheon: Ohne Tanzmariechen wäre selbst die kabarettistische Karnevalsrevue nicht komplett. Foto: Horst Müller
Nachmittags noch schnell die letzten (nur für dieses Jahr!) Einkäufe erledigen, die Geschenke verpacken und abends zum Pink Punk Pantheon (PPP). Klingt ein wenig abenteuerlich, lohnt sich aber. Denn was Regisseurin Molly Spitta mit dem seit Jahren eingespielten Team um Hermann Schwaderlappen (Norbert Alich) und Fritz Litzmann (Rainer Pause) - dem Vereinsvorsitzenden und dem Vereinspräsidenten des FKK Rhenania - auf die Bühne bringt, ist eine rundum gelungene Mischung, die Bonner Themen und Protagonisten frank und frei in den Fokus rückt. Politisch korrekt kann man schließlich das ganze Jahr über sein. Diese gut dreistündige kabarettistische Karnevalsrevue ist die erfrischende Ausnahme.
Angefangen bei der Bonn-Parade mit Tunc Denizer in der Rolle des Bonner Oberbürgermeisters. Allein schon Beate Bohr im roten langen Samtkleid ist ein Hingucker; besonders dann, wenn ihr zwischen all der wunderbar imitierten, aufgesetzten Fröhlichkeit die Gesichtszüge entgleiten, weil wieder mal ein Stargast seinen Auftritt bei der Gala zur Präsentation des neuen Stadtlogos überraschend abgesagt hat. Da muss eben Nimptsch ran. Als Bruce Springsteen, als Zucchero oder Michael Jackson.
Noch eins darauf legt das PPP-Ensemble mit der Curiosity-Mission. Der von Axel Cruse und Gernot Voltz gedrehte Film nutzt die Narrenfreiheit des Abends mit Genuss aus. Und die lautstarke Reaktion des Publikums beweist, dass die beiden genau den richtigen Ton getroffen haben. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen: Vergessen Sie alles, was Sie je über Bad Godesberg zu wissen glaubten und machen Sie sich auf 'was gefasst.
Auch der "Digitale Notfall", der die App-Versessenheit so mancher Zeitgenossen gnadenlos karikiert, ist ein gutes Beispiel dafür, dass Molly Spitta erstens ein sicheres Gespür für Themen, zweitens für deren Umsetzung und drittens für die passende Besetzung hat.
Zusammen mit Maryam Yazdtschi und Sia Korthaus schmeißt Beate Bohr als Tanzmariechen die Beine und führt anschließend im Schattenriss ein Hintergrundgespräch mit Gabi Busch über die "Sekte Karneval". Während Massimo Tuveri, Tunc Denizer, Axel Cruse und Gernot Voltz es als Verfassungsschützer fertigbringen, den gepflegten Nonsens mit bitteren Beigeschmack so zu servieren, dass der "Bissen" niemand im Halse stecken bleibt.
Um an dieser Stelle nur ein paar Höhepunkte dieses Abends herausgegriffen zu haben. Bei gut 180 Minuten wird zweifellos jeder seine persönlichen Favoriten finden. Den Ton dazu geben die "Pützchen Riots" an; mit dem, was sie landläufig unter "russischen Volksweisen" verstehen.
Und dann hätten wir da noch den mit Litzmann und Schwaderlappen kleinsten Elferrat überhaupt, dem die Versammlung des FKK bei unausgesetztem Kölschkonsum gelegentlich zu entgleiten droht. Aber keine Sorge, das scheint nur so. In Wahrheit sind die beiden in Topform. Sie werden schon sehen ...
Karten für die Vorstellungen am 22., 23. und 26. Dezember sowie für weitere (meist ausverkaufte) Termine im Januar und Februar bei den GA-Ticketshops sowie unter bonnticket.de.
Artikel vom 22.12.2012
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