Realschule Medinghoven: Umbenennung in Margot-Barnard-Realschule beantragt | GA-Bonn

Realschule Medinghoven

Umbenennung in Margot-Barnard-Realschule beantragt

MEDINGHOVEN.  Es gibt Schulen, die stolz sind auf den Ortsteil, in dem sie beheimatet sind. Bei der Realschule Medinghoven ist das ganz anders. Sie will die Bezeichnung nicht mehr im Namen der Schule haben und beantragt beim Schulträger, der Stadt Bonn, sich in Margot-Barnard-Realschule umbenennen zu dürfen.

Die künftige Margot-Barnard-Realschule? Die Ortsbezeichnung Medinghoven will die Realschule an der René-Schickele-Straße nicht mehr im Namen tragen. Foto: Roland Kohls

Die Begründung hat mit dem negativen Image des Hardtberger Stadtteils zu tun. "Seit Jahren spüren wir Lehrer, die Eltern und unsere Schüler, dass der Stadtteil Medinghoven in den Köpfen vieler Menschen als sozialer Brennpunkt mit seinen äußerst negativen Facetten gesehen wird", schreibt die Schule. "Sie übertragen diese schlechte Bewertung auch auf unsere Realschule."

Dabei ist die landläufig schlechte Meinung des Stadtteils in vielen Punkten nicht mehr als ein Vorurteil. Kriminalität und Vandalismus sind entgegen der landläufigen Meinung nicht höher als anderswo. Und die Realschule legt großen Wert auf ein gutes Miteinander. Sie vermittele ihren Schülern durch soziales Engagement eine hohe berufliche Kompetenz, heißt es in dem Antrag.

Die Schulkonferenz hat sich einstimmig für den Namen Margot-Barnard-Realschule ausgesprochen. Bei der Namensgeberin handelt es sich um eine in Beuel geborene Jüdin, die mit 16 Jahren nach Palästina auswanderte und ihre Eltern nie wieder sah, da diese 1942 von den Nazis deportiert und ermordet wurden.

 Die heute 92-jährige Frau, die in London lebt, berichtet als Zeitzeugin seit fast 25 Jahren deutschen und englischen Schülern über die damalige Zeit. Bei ihren Besuchen in Bonn sei zur Realschule Medinghoven ein besonders enger Kontakt entstanden, berichtet die Schule.

Die Stadt Bonn unterstützt den Antrag auf Umbenennung. Die Entscheidung treffen die politischen Gremien, von denen als erste die Bezirksvertretung am kommenden Dienstag angehört wird. Das letzte Wort hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 28. Juni.

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