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Sanierung der Johanniskirche
Freundlich und ohne Firlefanz
Von Rolf Kleinfeld
DUISDORF. Wer 60 Jahre alt ist, darf auch mal etwas für sich tun. Im Fall der Johanniskirche an der Bahnhofstraße heißt das: Das Gotteshaus wird im Jubiläumsjahr umfangreich erneuert, modernisiert und aktuellen Gegebenheiten angepasst.
Hier ist noch viel zu tun: Unter der Plane, vor der Pfarrerin Dagmar Gruß und der Vorsitzende des Kirchbauvereins, Jürgen Beyer, stehen, befinden sich die Kirchenbänke. Foto: Roland Kohls
Dabei geht es nicht nur um einen neuen, schneeweißen Anstrich im Inneren, der alles heller und freundlicher erscheinen lässt. "Wir wollen den Urzustand unserer Kirche wieder herstellen, nachdem in den früheren Jahrzehnten immer wieder etwas hinzugefügt und hineingestellt worden ist", sagt Pfarrerin Dagmar Gruß. So war die Kirche bisher in Grün gestrichen, mit Plastikstreifen auf den Wänden - was ästhetisch nicht der große Wurf war.
Der Altar in der Wand wurde abgebrochen, das alte Mosaik unter der Wand versteckt und verputzt, eine Tür zum Gemeindehaus versetzt. Die Tontechnik erfährt eine Erneuerung, die Kanzel ist schon verschwunden. "Vor dem Altar war bisher sehr wenig Platz, vor allem für Gruppen", erklärt die Pfarrerin. "Das war besonders bei Krippenspielen, Kindergarten- und Konfirmandengottesdiensten sehr unpraktisch."
Die Empore, auf der auch die Orgel steht, bekommt eine Umrandung aus Glas, damit die Schönheit des bunten Rundfensters endlich besser ins Auge fällt. Auf dem Boden im Altarbereich wird Eichenparkett verlegt und insbesondere für ältere Gottesdienst-Besucher die Beleuchtung verbessert.
Und der neue Altar wird ein Kunstwerk aus einem kreuzförmigen Holzständer, auf dem eine Holzplatte liegen wird, die dann den Querbalken eines Kreuzes darstellt. Er wird ebenso von dem Künstler Paul Jonas Petry gestaltet wie das alte Taufbecken, das der Dozent für Raumkunst "abgeschält" in einem Holzständer platziert.
"Der Kirchenraum soll weniger Wohnzimmer-Atmosphäre haben und stärker einen kirchlichen Charakter mit mehr Sachlichkeit erhalten", beschreibt Gruß den Hintergrund der Sanierung, die von den Gremien der Johanniskirche genehmigt wurde.
160.000 Euro investiert die Gemeinde, der Kirchbauverein steuert eine Spende von 20.000 Euro bei. Insgesamt sieben Jahre lief die Vorbereitungszeit, für die Investition war lange gespart worden. "Die Gemeinde hat genau für diesen Zweck Substanzerhaltungsrücklagen gebildet", lobt Gruß das vorausschauende Verhalten.
Ein bis zwei Wochen werden die Handwerker in der Kirche noch zugange sein, bis die Arbeiten abgeschlossen sind. Die Gottesdienste werden so lange im Gemeindesaal gefeiert, und am 8. Juni gewährt die katholische Rochuskirche eine Zuflucht, wenn eine Familie ihre Trauung zusammen mit einer Taufe feiert.
Artikel vom 02.06.2012
Stadtbezirk Hardtberg
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