Klanginstallation

Ein "Geh-Denken" an Freud und Leid

DUISDORF.  Im Zuge des Kunstprojekts PassionenStationen ist im Duisdorfer Zentrum ab Aschermittwoch eine Klanginstallation des Künstlers Michael Denhoff zu hören. Wer auf der Grünanlage zwischen Hardtberger Rathaus und Friedhof unterwegs ist, kann dann aus einem Lautsprecher Musik und gesprochene Namen hören.
Per Hubwagen wird der Lautsprecher an einem Baum zwischen Friedhof und Rathaus installiert. Foto: Rolf Kleinfeld

Wie es in der Einleitung zu dem Kunstprojekt heißt, hat das Wort Passion eine doppelte Bedeutung und meint sowohl Leiden als auch Leidenschaft. Dementsprechend sollen Orte des Leids und der Leidenschaft akustisch markiert werden. An der Station in Duisdorf sind es das Standesamt im Rathaus, was für Hochzeiten und Geburten steht, sowie der Friedhof, der für den Tod steht.

Mittels eines Hubwagens brachte Christian Blum von den Stadtwerken am Dienstag einen Lautsprecher in einem Baum am Rande des Friedhofes ein. Veranstaltungstechniker Thomas Stockhorst installierte das Herzstück in einem Stromkasten, nämlich Netzteil, Verstärker, Zeitschaltuhr und einen MP3-Player, der ab heute von 7 bis 21 Uhr die Musik und Klänge abspielt.

Was werden Fußgänger, die an dieser Stelle unterwegs sind, hören? Das "Hardtberg-Geh-Denken" besteht aus Musik und Klängen, die an eine Harfe erinnern, darüber gelegt wurde Sprache - genauer: Namen von Menschen, die im Stadtbezirk geboren und gestorben sind.

Drei Blöcke von je sechs Minuten, unterbrochen von einer dreiminütigen Pause, sind vorgesehen, erklärt Reinhard Augenreich von der Johanniskirchengemeinde. In der Beschreibung zum Projekt heißt es, dass Eheschließungen manchmal vor dem Standesamt "begossen" und das Ende des Lebens auf dem Friedhof "gefeiert" werden. "Es ergibt sich die (unter Umständen gleichzeitige) Situation: hier Glückwunsch und Lachen, dort Weinen und Trauer. Kontraste menschlicher Existenz stoßen aufeinander."

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