Spendenaktion in Bonn

Damit bedürftige Kinder ein Geschenk bekommen

DUISDORF.  Der Pfarrverband im Bonner Nordwesten berichtet von Familien, in denen Weihnachten mangels Geld ausfällt. Das Café Schell sammelt mit Hilfe seiner Kunden Geschenke für die Bescherung armer Kinder.
Markus Schell (v.l.), Margret Hünten-Schuld und Ralf Knoblauch sammeln Geschenke für arme Kinder. Foto: Roland Kohls

An den Wänden der Bäckerei Schell stapeln sich die Geschenke, liebevoll verpackt, mit kleinen Hinweisschildern, "Mädchen, 4 Jahre" steht auf einem der Zettel.

Es sind die Geschenke, die Kunden der Bäckerei für bedürftige Kinder in Bonn abgegeben haben. 165 Stück sind es dieses Jahr, im vergangenen Jahr, als die Aktion zum ersten Mal stattfand, waren es 140 Geschenke.

Und die Schilder sind ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Organisatoren mittlerweile schon etwas Routine haben. Ein zehnjähriger Junge freut sich nun mal nicht unbedingt über eine Puppe. "Wir haben aus unseren Fehlern gelernt", meint Markus Schell lachend.

Die Bäckerei legte zu jedem Geschenk ein Päckchen Plätzchen, wer ein Geschenk vorbeibrachte, bekam eine Tasse Kaffee spendiert. "Ich bin wegen meiner Tante auf die Idee gekommen", sagt Schell.

Die Tante heißt Margret Hünten-Schuld, sie ist Mitglied im Pfarrgemeinderat im Bonner Nordwesten. Und sie berichtete, dass es in Bonn viele Kinder gibt, bei denen es an Weihnachten weder etwas Besonderes zu essen gibt noch Geschenke auf dem Tisch stehen. "Das hat uns überrascht, wir dachten, dass vor allem Erwachsene betroffen sind", so Schell. Die Kunden seien begeistert gewesen von der Idee.

Und Hünten-Schuld freut sich über die große Spendenbereitschaft. "Es ist toll, dass Menschen, denen es gut geht, bereit sind, eine Kleinigkeit zu spenden", sagte Hünten-Schuld. Der Pfarrverband reiche von Lessenich bis Graurheindorf, die Geschenke gingen vor allem an Familien aus Dransdorf, Tannenbusch und Auerberg.

Diakon Ralf Knoblauch wird die Geschenke teilweise persönlich zu den Menschen bringen. "Denn viele schämen sich, zu den Essensausgaben zu kommen", sagte Knoblauch. "Ich kenne viele Familien, da steht Weihnachten gar nichts auf dem Tisch. Die Kinder rechnen nicht damit. Und es ist sehr anrührend, dann die leuchtenden Kinderaugen zu sehen."

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