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Biologie-Olympiade in Singapur
Christian Vahlensieck aus Medinghoven holt Silber
Von Martin Ochmann
MEDINGHOVEN. Der 18-jährige Abiturient des Hardtberg-Gymnasiums, Christian Vahlensieck, hat bei der internationalen Biologie-Olympiade in Singapur eine Silbermedaille ergattert.
Christian Vahlensieck mit seiner Medaille. Wenn er nicht in Bio-Büchern liest, spielt er gerne Klavier oder Tennis, fährt Rennrad oder gerne auch mal schnelle Autos. Foto: Frommann
Sie sind ausgeschlafen, der Frühstückskaffee schmeckt? Gut, dann ist hier eine kleine Denksportaufgabe, dürfte kein Problem sein, Sie sind ja frisch und ausgeruht: Schätzen Sie das Gewicht eines Bakteriums. Und jetzt das Gewicht der Erde. Wenn sich das Bakterium alle zwanzig Minuten teilt, wie lange würde es dauern, bis es so schwer ist wie die Erde?
Auch Christian Vahlensieck musste diese Aufgabe lösen. Allerdings hatte er vorher schon viereinhalb Stunden lang über Biologieaufgaben gebrütet, die Aufgabe mit dem Bakterium war lediglich das Sahnehäubchen, gestellt im Rahmen eines 30-minütigen Konzentrationstests, bei dem er unter Beweis stellen musste, dass er noch frisch und munter ist. Warum? "Während des Wettkampfs schläft man nicht viel, da muss man auch im Delirium einsetzbar sein", sagt Vahlensieck. Der 18-jährige Abiturient des Hardtberg-Gymnasiums hat an der internationalen Biologie-Olympiade teilgenommen, vor wenigen Tagen kam er mit einer Silbermedaille zurück. Offensichtlich war er auch unter subtropischen Wettkampfbedingungen fix im Kopf, denn das Finale fand in Singapur statt.
Zuvor musste Vahlensieck, der sehr groß (2,01 Meter), sehr schlank sowie sehr höflich ist und sehr schnell redet, vier Auswahlrunden bestehen. Los ging es im vergangenen Jahr mit einer Hausarbeit. Kein großes Problem für den Schüler, zumal er dieses Mal wusste, was ihn erwartet. Bereits im Vorjahr hatte er an der Olympiade teilgenommen, war aber in der dritten Runde knapp gescheitert. Nachdem die erste Hürde überwunden war, musste er eine zweistündige Klausur in der Schule schreiben. Von den rund 2000 Teilnehmern aus Deutschland waren da noch die Hälfte übrig. "Die Klausur war teilweise schon schwieriger und ging über das Schulwissen hinaus", sagt Vahlensieck.
In der dritten Wettbewerbsrunde ging es eine Woche lang nach Kiel ins Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN). Für die 45 Teilnehmer gab es hier zwei Klausurtage und viele Vorträge, es mussten Flüssigkeiten filtriert werden und Insekten bestimmt. Wobei Vahlensieck an einem "hässlichen kleinen Käfer" scheiterte, trotzdem kam er in die vierte Runde unter die letzten dreizehn Teilnehmer. In dieser letzten Runde, wieder in Kiel, wurden die Teilnehmer richtig getriezt, unter anderem mit der eingangs gestellten Frage. "Das IPN will natürlich, dass man gut abschneidet, das ging an die Substanz, ohne Energy Drinks hätte ich das nicht geschafft", sagt Vahlensieck.
Er wurde Zweiter, mit drei weiteren Deutschen ging es Anfang Juli nach Singapur. Nach einer durchwachten Nacht in der Economy Class trat er hinaus in 35 Grad Hitze gepaart mit 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. "Das ist nicht sehr angenehm", so Vahlensieck.
Allen Widrigkeiten zum Trotz: Am Ende setzte er sich durch, kam von rund 210 Teilnehmern aus gut 50 Ländern unter die 20 Prozent, die eine Silbermedaille bekamen. Rückblickend sagt der 18-Jährige, dass ihm das Ergebnis fast egal gewesen sei. Das Erlebnis sei "prägend und toll" gewesen, das Zusammensein mit vielen jungen Menschen aus vielen Kulturen, die alle ein Interesse eint - die Biologie.
Artikel vom 10.08.2012
Stadtbezirk Hardtberg
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