Hardtbergbad in Bonn

Unterschriftenaktion zur Rettung läuft

BRÜSER BERG.  Im Stadtbezirk Hardtberg laufen die Aktionen zur Rettung des Hardtbergbades an. Seit Samstag liegen die ersten Unterschriftenlisten in den Geschäften in Duisdorf aus.
Das Hardtbergbad im Sommer - bei herrlichem Sonnenschein. Foto: Roland Kohls

Der Rest der Listen soll in den nächsten Tagen verteilt werden, sagte Organisator Michael Fengler dem GA. Wer das Hardtbergbad schließt, schadet allen, heißt es auf den Listen. "Deshalb fordern wir als Bürger die Politiker aller Parteien auf, sich für den Erhalt des Hardtbergbades als Kombibad und einziges Badeangebot im Bonner Westen einzusetzen." Allein Bernhard Schekira (CDU) hat am Wochenende schon 230 Unterschriften gesammelt

Zuerst haben sich die rund 30 Hardtberger, die sich am Freitag trafen, in einer neuen Bürgerinitiative "Rettet das Hardtbergbad" zusammengeschlossen. Parallel dazu wird, wie berichtet, ein Förderverein gegründet und in den nächsten Tagen im Vereinsregister des Amtsgerichts eingetragen.

Verzichten wollen die Aktivisten, darunter Politiker aller großen Bezirksfraktionen sowie Mitglieder von Vereinen, zunächst auf eine Demonstration. Die Kommunikation erfolgt über die Internet-Adresse www.hardtbergbad.eu bzw. info@hardtbergbad.eu.

Bei dem Auftakttreffen am Freitag wurde auch an einen Streit erinnert, bei dem sich die Stadtspitze - damals unter OB Bärbel Dieckmann - schon einmal eine dicke Abfuhr holte. Im Jahr 1996/97 wollte sie das Schulzentrum Hardtberg umwandeln, um dort die dritte Bonner Gesamtschule zu errichten. Der Stadtrat kapitulierte schließlich vor dem Bürgerbegehren und Tausenden Unterschriften, die die Gegner in diesem "Schulkampf" eingereicht hatten.

Unter Druck steht heute nicht nur OB Nimptsch mit seiner Forderung nach Schließung des Hardtbergbades, sondern auch die CDU/Grünen-Ratskoalition. Weil sie es vorigen Donnerstag im Rat abgelehnt hatte, Sanierungsgelder für das Hardtbergbad und das Melbbad zu genehmigen, kritisierten SPD und FPD dieses Vorgehen. "Sich über den Verwaltungsvorschlag zur Zukunft der Bäder zu empören, ihn aber trotzdem zum Anlass zu nehmen, die Sanierungsmaßnahmen zu bremsen, zeigt, wie wenig ernst es die Koalition mit der Fortentwicklung der Bäderlandschaft meint", erklärte SPD-Ratsherr Peter Kox.

"Diese Abstimmung lässt Böses zu den schwarz-grünen Bäder-Plänen erahnen." Ins selbe Horn stieß FDP-Mann Frank Thomas. "Hätten die CDU-Stadtverordneten aus dem Hardtberg dafür gestimmt, wäre der Antrag zur Renovierung des Hardtbergbades erfolgreich gewesen", meinte er.

"Scheinheilig" findet das CDU-Ratsherr Georg Fenninger. "Diese Kritiker wissen genau, dass wir zuerst eine Bürgerbeteiligung machen und vorher nicht über die Bäder entscheiden. Und da lassen wir uns auch nicht treiben." Tom Schmidt (Grüne) sieht das ebenso: "Es macht keinen Sinn, jetzt schon Geld für Bäder freizugeben, deren Zukunft noch nicht klar ist."

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