Deutsche Annington: Persönliche Ansprechpartner statt Hotline | GA-Bonn

Deutsche Annington

Persönliche Ansprechpartner statt Hotline

BRÜSER BERG.  Deutsche Annington ändert ihre Strategie. Die Mieter der Marie-Curie-Straße treffen sich mit Vertretern des Vermieters.

Jetzt ist es sauber: Der Splitt vom Winter hatte sich vor allem an der Einfahrt zur Tiefgarage verteilt, erklärt Initiativen-Sprecher Thomas Riedl (3.von links). Foto: Stefan Knopp

Rund um die Gebäude der Deutschen Annington GmbH in der Marie-Curie-Straße hat sich in den letzten zwei Wochen einiges getan: Die Müllcontainer-Ecken wurden in einen ordentlichen Zustand gebracht, Tiefgaragen gereinigt, Klingeln repariert und mehr. Das ist eine Sache, die die Mieter gestern beim Treffen mit Vertretern des Immobilien-Unternehmens wohlwollend zur Kenntnis nahmen.

Die zweite war die Feststellung, dass in Sachen Kommunikation inzwischen ein Umdenken stattgefunden hat: Den Mietern steht mit Alexander Schulten jetzt ein Hausmeister und Objektbetreuer zur Verfügung, der einmal in der Woche vor Ort ist und sich um die Anliegen der Mieter kümmert, nachdem sich Annington von der bisherigen Hausmeisterfirma Alba getrennt hat. Außerdem gibt es nun persönliche Ansprechpartner, darunter die Kundenbetreuerin Carolin Wright.

"Das System muss funktionieren", sagte Hans-Joachim Härtling, Regionalgeschäftsführer Rheinland /Ruhr, zu den Mietern, die sich in der Wohnung von Thomas Riedl, Sprecher der Initiative "Mieter contra Annington" versammelt hatten. "Sie müssen das Gefühl haben, dass das Geschäftsmodell der Deutsche Annington funktioniert." Das Unternehmen habe gelernt: "Persönliche Ansprechpartner sind wichtig."

Die Annington schlägt damit eine andere Richtung ein als bisher, indem sie das Modell der anonymen Service-Hotline verlässt, bei dem allzu oft Anfragen von Mietern untergingen und unbearbeitet blieben - eine der gewichtigsten Ursachen für die Unzufriedenheit der Mieter und die Gründung der Initiative, sagte Thomas Krecké, Riedls Stellvertreter im letzte Woche gewählten Mieterbeirat. Dafür hatten die Anwesenden zahlreiche Beispiele parat.

Auch die Betriebskostenabrechnungen, auf denen Beträge für nicht erbrachte Leistungen zur Instandhaltung der Häuser aufgelistet seien, wurden angesprochen. Riedl fragte auch, wann mit einem Neuanstrich der vergilbten Häuserfassaden zu rechnen sei. "Dafür ist in diesem Jahr kein Geld vorgesehen", sagte Härtling. Das heiße aber nicht, dass dafür kein Geld da wäre. Jetzt müsse die Dringlichkeit überprüft werden. Gleiches gelte für andere Schäden, etwa Schimmelbefall und marode Balkone.

Am Ende des sachlich geführten Gesprächs stand das Versprechen von Seiten der Annington, dass sich nun einiges verbessern werde. Bereits 2007 habe man ihm Zusagen gemacht, ohne dass etwas passiert wäre, so Riedl. Das Vertrauen müsse erst wieder aufgebaut werden.

Jetzt bleibt abzuwarten, wie ernst das gemeint ist, aber die bereits geleisteten Instandhaltungsmaßnahmen geben den Mietern und auch Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand Anlass zur Hoffnung. "Es ist gut, dass sich die Mieter zusammengeschlossen haben", sagte sie beim Treffen. Die Frage bleibt natürlich, ob es auch ohne diesen erhöhten Druck durch die Mieterinitiative zu diesem Umdenken gekommen wäre.

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