37. Bonner Skatmeisterschaft

Michael Hinsen sticht 101 Mitspieler aus

BRÜSER BERG.  Michael Hinsen aus Sankt Augustin-Niederpleis hat mit 3264 Punkten am Sonntagabend die 37. Bonner Skatmeisterschaft gewonnen, die im Nachbarschaftszentrum Brüser Berg über die Bühne ging. Am Start waren 102 Spieler und Spielerinnen.
Volle Konzentration: An 29 Tischen reizen die Spieler im Nachbarschaftszentrum Brüser Berg. Darunter auch einige, wenn auch wenige Frauen. Die Skatmeisterschaften sind fest in Männerhand. Foto: Roland Kohls

Stefan Wetzel spielt schon seit gut 30 Jahren Skat und hat bereits die Nadel für die 25-jährige Mitgliedschaft beim Deutschen Skatverband erhalten. Für ihn ist das Kartenspiel nicht einfach nur eine Freizeitbeschäftigung. "Das hat etwas mit geistigem Ringen zu tun, mit Konzentration", meinte er am Sonntag bei der 37. Bonner Skatmeisterschaft der ersten Bonner Skatsportgemeinschaft im Nachbarschaftszentrum Brüser Berg. Dort versuchte er, den Pokal zu gewinnen, den Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand gestiftet hatte.

Er war nicht erfolgreich: Den Pokal sowie die 320 Euro für den ersten Platz überreichte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Frank Thomas  am Sonntagabend Michael Hinsen, der sich gegen 101 Konkurrenten durchsetzte. Das waren laut Walter Wenzel, Vorsitzender des ausrichtenden Skatvereins, gut 20 Spieler mehr, als man erwartet hatte. Er kam auf den zweiten Platz mit 3137 Punkten vor Roland Fritz aus Bonn mit 2985 Punkten.

Weil so viele Skatspieler gekommen waren, wurde auch die Preisgeldverteilung geändert. Dieses setzte sich aus dem Startgeld zusammen, das jeder bezahlen musste. "Das Geld muss komplett verspielt werden", erklärte Wenzel. Deshalb erhielten die besten Spieler mehr Geld als zuvor ausgelobt.

Einige Frauen saßen mit an den 29 Spieltischen, die beste von ihnen war am Schluss Ingeborg Zeitz aus Troisdorf mit 2308 Punkten. Ansonsten waren überwiegend Männer im Saal, die meisten schon älter - Erfahrung ist wichtig, gerade bei Ranglistenturnieren wie diesem. Benedikt Sobanskis Pokal ruht zu Hause in einer Vitrine. Er hatte die Bonner Skatmeisterschaft 2011 gewonnen. Vor mehr als 50 Jahren hat er in seiner Heimat Oberschlesien begonnen zu spielen.

"Wir hatten ja keinen Fernseher oder Computer", so der 69-Jährige. "Jeden Sonntag war Spieltag, da haben wir auch Skat gespielt." Er ist dabei geblieben und hat seitdem viele Pokale nach Hause gebracht. "Ich habe sie nicht gezählt und einige auch schon verschenkt."

Preisskat:
Gespielt wird nach Regeln der internationalen Skatwettspielordnung - das sollte zu Beginn eines Turniers festgelegt werden, da es zahlreiche Varianten gibt. Dabei bezahlen die Teilnehmer nicht nur ein Startgeld, sondern auch eine geringe "Abreizgebühr", meistens um die 50 Cent. Sie wird fällig, wenn sie als Alleinspieler ein Spiel verloren haben.

Der Betrag steigt nach einer bestimmten Anzahl verlorener Spiele. In Deutschland wird Skat als Sportart betrieben, neben Ranglistenturnieren gibt es auch eine Bundesliga. Bei Skat darf übrigens durchaus um Geld gespielt werden: Es gilt nicht als Glücksspiel. Die internationale Skatordnung gibt es auf www.ispaworld.org.

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