Ärger um Container in Bonn

Wilder Müll zieht in Lengsdorf Ratten an

Lengsdorf. Schon seit Monaten hoffen Angelika und Stephan Uhe auf Gehör bei der Stadt: Denn an den Containern vor ihrem Haus an der Straße Auf dem Kirchbüchel geht es drunter und drüber. Und jetzt ziehen sie auch Ungeziefer an.

Angelika und Stephan Uhe ärgern sich über den Zustand rund um die Container vor ihrem Haus an der Straße Auf dem Kirchbüchel. Irgendwer lädt dort regelmäßig nachts seinen Müll ab, für den es dort eigentlich gar keine Behälter gibt. Nun kommt heraus: Das Ganze zieht auch Ratten an.

„Wir haben die Tiere immer auf der Terrasse“, sagte Angelika Uhe bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg, wo sie ihren Bürgerantrag vorstellte: Darin fordert sie, dass die Altpapier- und Glascontainer entfernt werden. Was dort nachts vor sich geht, habe sie schon häufig beobachtet, denn sie müsse mehrmals die Woche morgens um 4 Uhr ihren Mann zum Flughafen bringen, erzählte sie. Meist würden ausländische Transporter anhalten und Restmüll abladen. Am Mittwochmorgen hätte dann sogar noch ein Container auf der Seite gelegen, was Stephan Uhe auch fotografiert habe. Er gibt bei dem ganzen Dreck zu bedenken, dass an der Stelle ein Spielplatz angrenzt.

„Neben der Müllentsorgung werden diese Papiercontainer auch von Gewerbetreibenden genutzt“, so die Uhes. Große Verpackungen würden dort entsorgt. Man solle die Container besser dort aufstellen, wo „der Müll“ auch verkauft werde, nämlich an den Geschäften um die Ecke. Bereits im vergangenen Sommer hatten die Lengsdorfer den Stadtordnungsdienst informiert, zuletzt noch einmal zum Jahreswechsel. Sie machen außerdem darauf aufmerksam, dass vor allem am Wochenende alle Behälter ruckzuck voll seien, weil dann niemand zum Leeren vorbeikomme.

Müll wird regelmäßig angeholt

Das für die Entsorgung zuständige Unternehmen Bonnorange empfiehlt in einer Stellungnahme, den Bürgerantrag abzulehnen. Denn der jetzige Standort würde die notwendigen Kriterien erfüllen: die richtige Größe, Wohnortnähe und Platz für ungestörtes Entladen, ohne den fließenden Verkehr zu stören. „Den im Bürgerantrag vorgetragenen ständigen, schwerwiegenden Vermüllungszustand des Depotcontainerplatzes kann die Bonnorange AöR so nicht erkennen“, heißt es.

Das Altpapier werde montags, mittwochs und freitags abgeholt, die Altkleider kämen dienstags weg. Die Mitarbeiter würden Verunreinigungen dann sofort weitergeben. Remondis hole das Altglas immer mittwochs ab. Auf 500 Bonner kommt laut Bonnorange ein Containerstandplatz. Dieses Netz solle man nicht ausdünnen. „Es sieht sehr unordentlich dort aus“, bestätigte in der Sitzung Christoph Schade (CDU). Er will den Standort erhalten, aber dabei die Situation verbessern.

Der einstimmig beschlossene Änderungsantrag sieht vor, dass die Verwaltung mit eigenen Haushaltsmitteln den Standort befestigt, Bodenplatten verlegt und Winkelsteine zum Hang hin setzt. Manfred Eckel vom Tiefbauamt versprach, sich darum zu kümmern. Die Kosten müssten noch ermittelt werden, Bodenplatten seien aber noch vorhanden. Dominik Loosen (SPD) gab zu bedenken, dass es schnell teuer werden könne. Bert Moll (CDU) wünschte, dass ein Experte der Stadt zur Schädlingsbekämpfung zum Kirchbüchelgeschickt wird.