Wirtschaftsgemeinschaft beschwert sich

Wenig Wertschätzung und Respekt für Händler in Duisdorf

Duisdorf. Dicke Luft herrscht zwischen der Wirtschafts- und Gewerbegemeinschaft Hardtberg (WGH) und Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand (CDU). Die Interessenvertreter der Duisdorfer Händler kritisieren in einem Brief, dass Thorand ihre Leistungen nicht wertschätze.

Eine besondere Respektlosigkeit sei Thorands Eröffnungsrede beim Duisdorfer Adventsmarkt gewesen, schreiben WGH-Vorsitzender Gisbert Weber und sein Stellvertreter Alexander Zablinski. Alle Kleinspender und Unterstützer seien von ihr in der Rede erwähnt worden, die WGH als Mitorganisator und Unterstützer aber wieder einmal nicht.

Weber und Zablinski fordern die Bezirksbürgermeisterin auf, dieses „ausgrenzende und respektlose Verhalten“ gegenüber der größten Wirtschaftsorganisation im Stadtbezirk und deren gewählter Repräsentanten zu ändern und die WGH angemessen und gleichberechtigt mit anderen Organisationen zu behandeln.

Denn es handele sich hier nicht um „irgendwelche Händler und Geschäftsleute“, heißt es in dem Brief. Die WGH pflege und bezahle die Weihnachtsbeleuchtung, unterstütze den Adventsmarkt und kaufe dafür die Geschenke für Kinder, besorge die Wimpel und Fahnen im Bezirkszentrum, sorge für die Blumenkübel in der Fußgängerzone und betreibe eine Stadtbezirks-Homepage. „Eigentlich alles grundsätzlich städtische Aufgaben, bei denen von Ihrer (also Thorands, Anm. d. Red.) Seite keine erkennbaren Initiativen ersichtlich waren und sind“, schreiben die beiden WGH-Vertreter.

WGH erwartet Verhaltensänderung

Thorand fühlt sich indes zu Unrecht von der WGH angegriffen. „Es sind haltlose Vorwürfe“, sagte sie dem GA. Es sei nicht ihr Stil, Streit in der Öffentlichkeit auszutragen. Und sie sehe keinen Grund, auf diese Unterstellungen zu antworten, sagte sie. Damit rechnet WGH-Chef Weber auch nicht. „Wir erwarten keine Antwort, sondern eine Verhaltensänderung“, teilte er dem GA mit. In dem Brief erwähnten er und Zablinski übrigens auch, Thorand habe 2015 versucht, ein Unternehmensfrühstück mit der IHK „an uns vorbei“ zu initiieren, was für Unverständnis und Kopfschütteln gesorgt habe.

Reagiert hat auf den Brief Jutta Brodhäcker. Die Grünen-Bezirksverordnete gibt Thorand Rückendeckung und fordert von der WGH, den Brief und damit die Vorwürfe offiziell zurückzunehmen. „Ich habe Frau Thorand immer sehr korrekt erlebt“, so Brodhäcker. Wenn Sie tatsächlich einmal vergessen habe, die WGH-Vertreter zu begrüßen, sei das noch kein Grund für so ein Schreiben. Den Umstand, dass Weber ein SPD-Mandat in der Bezirksvertretung hat und auch als stellvertretender Bezirksbürgermeister vereidigt ist, will er nicht mit dem WGH-Posten verquicken. „Das sind zwei völlig verschiedene Hüte, die nichts miteinander zu tun haben“, sagt er.