Alternative gesucht

Was geschieht mit der Ex-Stadtgärtnerei in Bonn?

Die ehemalige Stadtgärtnerei am Rande des Meßdorfer Feldes: Investoren zieht das Areal bislang nicht an.

Die ehemalige Stadtgärtnerei am Rande des Meßdorfer Feldes: Investoren zieht das Areal bislang nicht an.

DRANSDORF. Das Gelände der ehemaligen Bonner Stadtgärtnerei auf dem Dransdorfer Berg liegt seit der Schließung 2004 brach. Und wenn es nach der Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes geht, wird das auch so bleiben.

Bevor sich der Stadtrat am kommenden Donnerstag, 3. Mai, mit dem Thema auseinandersetzt und über den Rückbau der Gewächshäuser entscheidet, um die Fläche besser an Investoren vermarkten zu können, hat die Bürgerinitiative ein Alternativkonzept auf den Tisch gelegt. Es sieht vor, auf die geplante Bebauung mit 26 Einzel- und Doppelhäusern ganz zu verzichten und "die einmalige Chance zu nutzen", um auf dem Areal ein ökologisches Zentrum einzurichten.

"Aus Sicht der Bürgerinitiative käme eine Wohnbebauung auf dem Gelände der Stadtgärtnerei nur wenigen finanzkräftigen Familien zugute, die sich ein Eigenheim in dieser schönen Lage mitten im Grünen leisten können", erklärt deren Sprecher Rudolf Schmitz. "Wir fordern daher anstelle einer Bebauung die Einrichtung eines ökologischen Zentrums, das von allen in Bonn lebenden Menschen genutzt werden kann."

Dafür habe die Initiative bereits eine erste Ideenskizze entwickelt. Außerdem erfreue sich eine im Februar gestartete Unterschriftenaktion großen Zuspruchs. Schmitz bittet vor diesem Hintergrund die Fraktionen im Stadtrat, dem SPD-Änderungsantrag zuzustimmen. Dieser sieht vor, die versiegelten und überbauten Flächen nicht zurückzubauen, das Verkaufsverfahren zu stoppen und ein Konzept für eine künftige ökologisch wertvolle Nutzung des Geländes vorzulegen.

Biologische Station als zentraler Mittelpunkt

Schmitz argumentiert, der Sicherung von grünen Freiräumen komme in dieser Zeit eine immens wichtigere Rolle zu, und die Umweltbildung werde immer wichtiger. "Die Idee des Ökologischen Zentrums oder Zentrums für Umweltbildung soll auf die gesamte Fläche der ehemaligen Stadtgärtnerei von 28.000 Quadratmeter ausgedehnt werden, also auch auf die für eine Bebauung vorgesehene Fläche", lautet die Forderung.

Die Biologische Station, die bereits auf dem Gelände angesiedelt ist, solle als zentraler Mittelpunkt dienen. Ein weiteres zentrales Element könne ein Bio-Bauernhof sein, der vergleichbar wie das Gut Ostler arbeiten könne. Es sei auch eine Kooperation mit dieser Einrichtung denkbar. Die Sicherung der Stadtgärtnerei als grüner Freiraum sei auch deshalb dringlich, weil gleich in der Nähe die beiden Bauvorhaben "Am Vogelsang" und "West.Side" anstehen, wo 330 bis 660 Wohnungen mit 825 bis 1650 Bewohnern entstehen. Auch für diese Bewohner sei ein grüner Naherholungsraum wichtig.

Den Wunsch der Verwaltung, das Gelände zurückzubauen, hatte die Bezirksvertretung Bonn in ihrer Sitzung im April abgelehnt. Die Verwaltung hatte argumentiert, wenn die Altlasten wie Gewächshäuser, Beetanlagen und Öltanks entfernt würden, könnte das Grundstück für Bauträger interessanter werden. Seit 2015 sucht die Wirtschaftsförderung nach Interessenten für das Areal. Bisher allerdings nach eigenen Angaben ohne Erfolg.