Dacapo ist der neue Pächter

Waldau-Restaurant macht Mitte März wieder auf

Ippendorf. Vier Jahre lang waren die Türen zu, das Waldau-Restaurant lag im Dornröschenschlaf. Wer jetzt vorbeikommt, sieht das Gegenteil: Mehr als ein Dutzend Handwerker sind dabei, dem Traditionshaus einen neuen Look zu verpassen.

Alle Böden sind bereits erneuert, die alten Fliesen sind verschwunden und neue Holzböden verlegt. Auch die Elektrik, die Heizung und die Leitungen sind vom Waldau-Eigentümer, der Familie Abels, erneuert worden. Jetzt geht es an den Innenausbau. Am Donnerstag brachten drei Lastwagen die neue Küche, die nun installiert wird, damit an Ostern der Betrieb starten kann. Zuerst einmal mussten die Küchengeräte aber im Restaurant gestapelt werden, weil der neue Fußboden in der Küche noch nicht trocken war. Dazwischen wuselten die Maler herum und sorgten für neuen Anstrich. Im Saal waren Handwerker dabei, den Boden zu erneuern.

Es geht jetzt Schlag auf Schlag, sagt Geschäftsführer Thomas Hermann und freut sich einerseits über den Fortschritt und andererseits das Interesse der Gäste. „Sie drücken sich hier schon die Nasen platt“, erzählt er. „Und es wurden schon jede Menge Hochzeiten und Tagungen gebucht, für Ostern haben wir schon über 100 Reservierungen zum Brunch.“ Hingucker im Restaurant wird eine offene Kochstelle mit Flammkuchen-Ofen, an der quasi vor aller Augen Frisches zubereitet wird, aber auch eine sieben Meter lange Tafel, an der bis zu 32 Personen Platz finden.

Den neuen Betreibern, die seit 1. März offiziell die Pächter sind, eilt ihr Ruf voraus, dass sie es können. Die Dacapo-Service-GmbH war bisher in der Beethovenhalle beheimatet, und ein Teil des dortigen Personals kommt mit hoch auf die Waldau. Der gelernte Koch Hermann, der neben Lydia Lohmeier Gesellschafter der Firma ist, wird in der Waldau selbst in der Küche stehen. Die Speisekarte ist fertig, und man ist bemüht, die Gerichte zu zivilen Preisen anzubieten.

Kleine Kiosk bleibt erhalten

Aber jetzt erst merkt Hermann, was die Waldau für die Menschen bedeutet. Viele, die vorbeikommen, um zu gucken, erzählen von ihren Erinnerungen an das Lokal. „Ich war überrascht über das große Interesse“, sagt er. „70 Prozent der Bonner kennen die Waldau, und von denen verbinden zu 95 Prozent die Gastronomie mit Kaffee und Kuchen.“

Das soll es auch weiter geben, aber eben nicht nur. Auf der Speisekarte stehen auch Rumpsteak, Lammhüfte, Kalbsleber, Rahmgeschnetzeltes und Lachstatar. Die Optik im Restaurant erinnert mit den Eichenmöbeln an einen gediegenen Landhausstil. Im Foyer, wo einst das Kuchenbuffet stand, wird es eine große Theke mit einer Lounge geben, wo man ebenfalls gemütlich Kaffee trinken können soll. Auch auf die Außengastronomie wird man sich freuen können, es bleibt bei 120 Plätzen. Der alte Löschwasserteich hinter dem Haus wurde zugeschüttet, vor allem aus Sicherheitsgründen, damit spielenden Kindern nichts passiert.

Erhalten bleibt auch der kleine Kiosk neben dem Bauerngarten, den die Dacapo-Service GmbH ebenfalls gepachtet hat. Öffnen wird das Waldau-Restaurant offiziell ab Ostern immer mittwochs bis sonntags von 11 bis 24 Uhr, der Kiosk freitags bis dienstags, sodass es jeden Tag ein gastronomisches Angebot gibt. „Wir werden allerdings schon ab 15. März ein Soft Opening machen, ohne dass wir es bewerben“, sagt Hermann. Das dient auch dazu, dass sich das Personal langsam eingewöhnen kann und sich die gastronomischen Abläufe hinter den Kulissen einspielen.

Auch nebenan, im Haus der Natur, finden Umbau- und Sanierungsarbeiten statt. Das Gebäude ist entkernt. Ein Kachelofen, Fußböden, nicht tragende Wände und die Küche wurden herausgerissen. Es folgen das Verlegen der Leitungen und der Einbau der technischen Anlagen. Erst ganz zum Schluss werden die Arbeiten auch von außen sichtbar, wenn die Fassade renoviert wird. Die Neueröffnung dort ist für Ende 2018 geplant.