Cold Water Challenge auf dem Hardtberg

Verrückte Dinge mit kaltem Wasser

Bernd (l.) und Jan Schmidt lassen sich am Sportplatz Wesselheideweg vom Rasensprenger berieseln.

DUISDORF. Auch Hardtberger Vereine machen bei der "Cold Water Challenge" mit. Der nicht ganz ungefährliche Trend, verrückte Dinge mit kaltem Wasser zu tun, erreicht nun auch die USA.

Der Duisdorfer Esel geht auf die Suche nach etwas Trinkbarem. Bier hätte er gerne, aber anfangs findet er nur Wasser, zum Beispiel am Springbrunnen vor dem Rathaus Hardtberg oder vor der Rochuskirche.

Nachdem er einige Duisdorfer Gesichter getroffen hat, findet er endlich, was er sucht. Das ist der Inhalt der netten, kleinen Dia-Show, die der Ortsfestausschuss für die "Cold Water Challenge" gedreht hat.

Dabei handelt es sich um eine Art Kettenbrief im Internet, der deutschlandweit Feuerwehren und andere Vereine animiert, mehr oder weniger verrückte Dinge zu tun - mit kaltem Wasser. Das wird gefilmt und auf Youtube online gestellt.

Dazu gehört auch, am Ende des Videos drei andere Gruppen zu benennen, die innerhalb von 48 Stunden ebenfalls eine solche Aktion durchführen sollen. Tun sie das nicht, müssen sie zum Beispiel einen Grillabend ausrichten.

Ganz so eng sieht man es im Hardtberg nicht. Der OFA hat am Ende seines Videos, das aus vielen Einzelbildern besteht, die Duisdorfer Freiwillige Feuerwehr, den Spielmannszug Rot-Weiß und den Turn- und Kraftsportverein nominiert.

Das seien ja alles berufstätige Ehrenamtliche, sagt OFA-Schriftführerin Verena Zimmer. Sie hatte die Aktion angeleiert und auch Videos von Vereinen mitgedreht, in denen sie Mitglied ist: Einige Frauen des Damenkomitees Blau-Weiß sitzen im Strandkorb und baden, Caipirinha schlürfend, ihre Füße in blauen Plastikwannen - sie wurden vom DK Goldige Herzen ausgewählt und gaben den Kelch unter anderen an den 1. FC Hardtberg weiter.

Dessen Vorsitzender Bernd Schmidt und sein Sohn Jan nutzen die Gelegenheit, um unter einem Rasensprenger sitzend auf humoristische Weise auf die vor allem bei Regen schlechte Situation auf dem Sportplatz Wesselheideweg hinzuweisen.

Sie gaben den "Cold Water Challenge"-Ball an CDU, SPD und Grüne im Hardtberg weiter. Außerdem hatten die Goldigen Herzen die Hardtberger Senatoren nominiert, denen der Ortsfestausschuss Duisdorf seine Herausforderung verdankte.

Überall ist Zimmer entweder vor der Kamera oder dahinter im Einsatz und hatte die Ideen für die Umsetzung der Videos. "Das ist einfach nur eine lustige Situation", sagt sie. Der OFA-Vorsitzende Karl-Heinz Frede ist der gleichen Meinung: "Es geht im Prinzip um den Spaß an der Freude."

Viele Bonner Vereine haben bereits mitgemacht

Die Stadtsoldaten schütteten sich Wasser über die Köpfe, für den Festausschuss Bonner Karneval ließen sich Prinzenführer Christoph Arnold und Vizepräsident Stephan Eisel auf einer aufblasbaren Couch auf einem Swimmingpool treiben, das DK Honigsmöhne schlug am Rheinufer Klappstühle auf, und so weiter.

In den USA zieht das Konzept als "Ice Bucket Challenge" Kreise: Dabei schütten sich die Teilnehmer Wasser mit Eiswürfeln über den Kopf und filmen das. Alternativ sollen die Nominierten dort für einen guten Zweck spenden.

VIPs haben Videos ins Netz gestellt

Auch Promis wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg haben dazu Videos eingestellt. Wer genau diesen Videokettenbrief in Umlauf gebracht hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls hat er in der ganzen Bundesrepublik bereits viele erreicht.

Nicht immer ging das gut aus: Einige Vereine übertrieben es mit ihrer Kreativität. In Isselburg bei Emmerich wollten sich die Mitglieder eines Kegelclubs von einem Bagger mit Wasser übergießen lassen, allerdings füllten sie zu viel Wasser in die Schaufel, so dass der Bagger nach vorne kippte und einen Familienvater erschlug.

"Wenn man es so übertreibt, kann mal etwas passieren", meint Zimmer. Solange es aber bei einem harmlosen Spaß bleibt, hofft sie, dass in Bonn noch weitere lustige Videos gedreht werden.

Info

Die Filme der Hardtberger Vereine sind auf www.ortsfestausschuss-duisdorf.de zu finden.