Meßdorfer Feld

Trauerflor und Fantasieschilder

DUISDORF/LESSENICH/ENDENICH/DRANSDORF. Das städtische Amt für Stadtgrün und der beauftragte Landschaftsplaner für das Regionale-Projekt "Grünes C", Norbert Kloeters, haben ihr Versprechen gehalten: Jetzt stimmt alles im Meßdorfer Feld, einige grobe Fehler wurden korrigiert, und auch die verlegten Bodenplatten weisen nun in die richtige Richtung. Doch damit wird das Projekt für die Bürger nicht unbedingt verständlicher.

Der Reihe nach: Als der GA am 15. November berichtet hatte, dass die in die Erde eingelassenen neuen Wegweiser zum Teil falsch herum eingebaut wurden, weil sie zum Beispiel nach Endenich weisen müssten, aber in Wirklichkeit in Richtung Duisdorf zeigten, ist die Baukolonne noch einmal ausgerückt. Und hat die Platten um 180 Grad gedreht. Jetzt ist's richtig, stellte sich bei einer Ortsbegehung des GA nahe des Maarweges und an dem neuen Landschaftstor nahe des Hermann-Wandersleb-Rings heraus. Dort waren die gravierendsten Fehler vorgekommen und hatten für Kopfschütteln gesorgt.

Dennoch: Kommt man m

it Bürgern ins Gespräch, schimpfen sie über das Projekt nicht weniger als noch vor einigen Wochen. "Auch wenn das Geld aus EU-Mitteln kommt", sagt ein Ehepaar. "Da ist trotzdem unser Steuergeld, was da reichlich verbraten wurde." Vor allem die plötzlich im Boden vorkommenden Kilometer-Angaben erschließen sich nicht. "Wo soll das Ziel sein, auf das sich diese Angabe bezieht?"

Inzwischen machen sich manche Leute sogar einen Spaß daraus, ihre eigene Visitenkarte im Feld zu hinterlassen. Zum Beispiel an dem Landschaftstor in der Nähe des Maarweges, wo drei Bäume stehen sollten. Die Dreiböcke sind auch da, nur die Bäume nicht. Offenbar sind sie nicht angegangen und wurden wieder entfernt. Unbekannte haben daraufhin Trauerflor an die Baumstützen genagelt. Die schwarzen Lappen flattern jetzt munter im Wind.

Ein anderer Witzbold hat am Abzweig Burgweg ein kleines Holzschild mit Hinweis auf die "Mosel" an einen Pfahl genagelt, mit dem entsprechenden Hinweispfeil. Inzwischen verschwunden ist dagegen ein Holzkreuz an der weißen Brücke mit der Aufschrift "Aachen" (wo Freiraumplaner Kloeters herkommt). Das Kreuz zeigte allerdings zum Bonner Hauptbahnhof.

Spaziergänger sind davon überzeugt: "Das sind sicherlich Umdeutungen zur Aussage der Baufirma, dass die neuen eingelassenen Wegweisungen eine "Schnitzeljagd" für Erwachsene darstellen." Dass manche Ortsteile wie Duisdorf, Meßdorf und Dransdorf bei den Beschilderungen im Feld überhaupt nicht auftauchen, ärgert nicht wenige der dort wohnenden Bürger.